Teurer Spass „Generalistik“

Die geplante generalistische Pflegeausbildung ist mal wieder ein gutes Beispiel für die Unfähigkeit der Politiker. Unsere Volksvertreter sorgen dafür, dass die Qualitätssenkung der Pflegeausbildung auch noch erheblich teurer wird. Schlechtere Qualität für mehr Geld – das ist die Formel für die beiden treibenden Kräfte der Generalistik, Gesundheitsminister Hermann Gröhe und sein Adjutant Karl-Josef Laumann (beide CDU) 

Die Mehrkosten in Höhe von ca. 0,75 Milliarden Euro werden vom GKV-Spitzenverband vorausgesagt. Laut einer GKV-Sprecherin werden diese Mehrkosten schon ab 2023 auf das System zukommen, wenn von den alten Ausbildungsgängen auf die generalistische Pflegeausbildung endgültig umgestellt ist. 

Der Gesetzesentwurf für die Generalistik geht derzeit von etwa 2,4 Milliarden Euro Kosten pro Jahr aus. Davon entfallen 320 Millionen u.a. auf den Wegfall des Schulgeldes und der Einführung von Ausbildungsvergütungen. Die Kassen gehen hingegen von 3,16 Milliarden Euro Mehrkosten aus. 

Bei der Expertenanhörung im Bundestag (wir berichteten) wurden erneut auch kritische Stimmen an der geplanten generalisierten Ausbildung laut. Vor allen wird angemerkt, dass der nun vorliegende Entwurf nicht mehr viel mit den ursprünglichen Vereinbarungen im Koalitionsvertrag zu tun habe und mittlerweile die Generalistik dazu führe, dass ein völlig neues Berufsbild geschaffen wird. 

Die Befürworter der generalisierten Pflegeausbildung bestreiten dies natürlich. Zudem würde dank der vorgesehenen Durchlässigkeit eine höhere Bindung an den Pflegeberuf geschaffen werden. Zudem soll die Vereinheitlichung des Pflegeberufes zu einer vermehrten Akademisierung führen. Aus Sicht der Redaktion liegt hier ein weiterer Denkfehler: Wir brauchen in der Pflege keine teuren Akademiker, sondern solide ausgebildete zupackende Menschen, die ihr jeweiliges Handwerk verstehen.