SPD will schnelle Reform der Pflegeausbildung

Die Grünen drängen darauf, das geplante Gesetz zur Reform der Pflegeberufe zunächst auf Eis zu legen. Sie finden das verfahren zu übereilt und hegen Bedenken, dass die bisherige Spezialisierung wie zum Beispiel die Alten- und Kinderkrankenpflege der neuen Reform geopfert wird. 

Die Ausbildungsreform in der Pflege wird kommen. So der Wille der SPD. Die Sozialdemokraten erteilen den Grünen eine klare Absage hinsichtlich deren Forderung, das Gesetz zunächst zu stoppen. Die SPD hält den Vorwurf des übereilten Vorgehens in Sachen Pflegeberufegesetz für absurd. 

Die SPD-Politiker Hilde Mattheis, Petra Crone, Betina Müller und Sönke Rix behaupten felsenfest, dass das Gesetz bereits seit vielen Jahren diskutiert werde. Angeblich bestünde sogar seit 4 Jahren ein Konsens zwischen Bund und Ländern über das Vorgehen. Zudem seien bereits viele Änderungswünsche der Ausbildungsträger eingebaut worden. 

Dieser Standpunkt überrascht, gibt es doch seit einem Jahr von vielen Praktikern aus der Branche ziemlichen Gegenwind für die geplante Ausbildungsreform. So richtig will kaum einer dieses Pflegeberufegesetz. Die SPD verteidigt das übereilte und dilletantische Vorgehen damit, dass eine Verzögerung des Gesetzesverfahrens auch zu einer Verschärfung des Fachkräftemangels führt. 

Wenn Politik etwas im Schnellverfahren durchpeitschen will, ist immer Vorsicht geboten. Das Pflegeberufegesetz wird nämlich dazu führen, dass die Altenpflege noch weniger Fachkräfte bekommt – da die künftigen „Pflegefachpersonen“ allesamt Jobs in Krankenhäusern und Reha-Kliniken suchen werden. 

Der sich dadurch weiter verschärfende Fachkräftemangel wird dann die Politik dazu bringen, die Fachkraftquote abzusenken – und erreicht dann das, was sie aufgrund der zu erwartenden Explosion an alten, pflegebedürftigen Menschen erreichen will: Eine Billigpflege mit überwiegend Hilfskräften. Die Regierungsparteien im Bundestag wollen die Ausbildungsreform 2018 starten, das bisher bewährte System soll dann Ende 2023 ersatzlos auslaufen.