Risiken und Nebenwirkungen der elektronischen Patientenakte

Die elektronische Patientenakte soll helfen, Kommunikationswege zwischen den einzelnen Versorgern im Gesundheitssystem zu verbessern. Natürlich alles zum Wohle des Patienten. Aber diese „E-Akten“ bergen auch einige Risiken, wie nun durch eine US-Studie herausgefunden wurde. 

Die elektronische Patientenakte wurde im Rahmen einer Studie in den USA zwischen Oktober 2013 und Juni 2014 untersucht. In diesem Rahmen wurden 20 Teilnehmer aus Gesundheitszentren und Kliniken befragt. Zu Wort kamen hier neben Ärzten und Krankenschwestern auch IT-Spezialisten

Während in den USA bereits seit letztem Jahr Gesundheitszentren und Kliniken über ein Portal mit ihren Patienten kommunizieren müssen, kommt die elektronische Patientenakte in Deutschland erst 2019. Dies passiert im Zuge des neudeutsch genannten „E-Health“-Gesetzes

Zunächst sind die Vorteile einer elektronischen Gesundheitskarte für alle Seiten verlockend. Diese sind: 

  • Effiziente Verwaltungsprozesse
  • Sogar einfache medizinische Fragen können online geklärt werden
  • Sinkendes Telefonaufkommen
  • Schnellere Befundübermittlung
  • Patienten können ihre Erkrankung besser managen 

Laut der US-Studie profitieren Ärzte zudem davon, dass sie untereinander über den jeweiligen Fall kommunizieren können. Die Studie über die elektronische Patientenakte zeigt aber auch wesentliche Risiken auf. Diese sind vor allem diese: 

  • Die Arbeitserleichterung durch Patientenportale könnte nur einseitig sein und führt bei anderen an der Versorgung Beteiligten zu Mehrarbeit. Dies liegt daran, dass viele Portale nicht selbsterklärend sind.
  • Manch alte und / oder weniger gebildete Patienten müssen zunächst im Umgang mit dem Portal geschult werden.
  • Diese Aufgaben fallen zu Lasten des Klinikpersonals
  • Einige Patienten beanspruchen die Ärzte über Gebühr und ohne Not
  • Manche Patienten könnten Daten falsch einordnen 

Die wohl größte Gefahr bei der elektronischen Patientenakte dürfte aber darin bestehen. Dass es noch keine Lösung gibt, wie mit falsche eingespielten Daten umgegangen wird. Man darf gespannt sein, wie das „E-Health“-Gesetz in Deutschland mit diesen offenen Fragen und Nachteilen umgeht und welche Lösungen gefunden werden.