Privater Trägerverband setzt sich für flexible Fachkraftquoten ein.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) kritisiert schon länger das neue Landesgesetz über Wohnformen und Teilhabe (LWTG) in Rheinland-Pfalz. Grund für die Kritik ist das Thema rund um die Fachkraftquote. Der Trägerverband wünscht sich flexiblere Lösungen. 

Der Grund, warum private Trägerschaften gegen starre Fachkraftquoten Sturm laufen, liegt auf der Hand. Zum einen erhoffen sich Hedge-Fonds-finanzierte große Altenheimketten noch mehr Einsparungen beim Personal und zum anderen beklagen Pflegeheime, dass allein aufgrund des Fachkräftemangels die vorgegebenen Quoten kaum erfüllt werden können –selbst wenn diese es wollen. 

Der bpa bietet in Rheinland-Pfalz an, ein System der flexiblen Fachkraftquote zumindest auszuprobieren. Das jetzt geltende Landesgesetz über Wohnformen und Teilhabe (LWTG) verschärft aus Sicht des Trägerverbandes nur den Fachkräftemangel. Der bpa geht noch weiter in seiner Kritik und spricht von einem Gesetz, in dem Methoden „von gestern“ verankert worden sind. 

Es wird zudem beklagt, dass das LWTG nicht geeignet ist, die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen. Im Gegenteil – Betreibern, die die Fachkraftquote nicht einhalten, wird mit schnellen Sanktionen bis hin zu Belegungsstopp gedroht, so der bpa weiter. Der Verband fordert neben flexibilisierten Fachkraftquoten auch flexible Personalbemessungen

Das LWTG sieht offenbar vor, dass die Betreiber von Pflegeheimen gegen sich selber Belegungsstopps verhängen sollen. Der bpa befürchtet, dass durch eine Häufung solcher Maßnahmen die stationären Pflegeplätze in Rheinland-Pfalz knapp werden könnten. 

Der bpa-Landesvorsitzende Bernd Meurer äußerte zudem sein Unverständnis darüber, dass die Gesetzesnivellierung nicht zu Innovation genutzt wurde. Er bietet dem Land Rheinland-Pfalz an, gemeinsam nach besseren Lösungen rund um das Thema Fachkraftquote zu suchen. 

Kernpunkt der vom bpa favorisierten Lösungen sind flexible Fachkraftkorridore, in denen sich die Einrichtungen selbständig bewegen können. Die bisher durchgeführten Modellprojekte dazu bezeichnet Meurer als zu bürokratisch und realitätsfremd. So geartete Projekte seine zum Scheitern verurteilt, so der Landesvorsitzende weiter.