Private Pflegeunternehmen wollen Schulgeld kippen

Die Generalistik wird unweigerlich zu einer Absenkung der Qualität führen – vor allem bei Spezialberufen wie der Kinderkranken- oder der Altenpflege. Im Hinblick auf die Altenpflege aber fällt zumindest nach dem Willen der Politik das Schulgeld für Auszubildende. Das wäre unstrittig eine gute Errungenschaft – könnte aber auch ohne Generalistik beschlossen und umgesetzt werden. 

Der Personalmangel in der Altenpflege grassiert auch in Mecklenburg-Vorpommern. Mit all seinen negativen Folgen wie überlastete Mitarbeiter, Pflegedienste, die nicht mehr wachsen können und eine Unterversorgung in manchen Regionen. Da ist es umso wichtiger, Nachwuchs für den Pflegeberuf zu generieren. 

Private Träger von stationären und ambulanten Einrichtungen haben über 2.000 Unterschriften für die Abschaffung des Schulgeldes für Pflege-Auszubildende gesammelt. Diese Unterschriftenliste wurde vor dem Schweriner Landtag der Landtagsfraktion der CDU übergeben. 

Die Einrichtungsvertreter wollen damit noch einmal verdeutlichen, dass eine kostenpflichtige Ausbildung vollkommen kontraproduktiv für die Bekämpfung des Fachkräftemangels ist. Vielmehr wäre die Abschaffung des Schulgeldes ein wichtiges Signal an den Nachwuchs. Vor allem der Landtag könne so beweisen, dass ihm die Pflege im Land wichtig ist, so ein Einrichtungsvertreter weiter. 

Die CDU-Fraktion nahm das Signal positiv auf. Ein Sprecher räumte ein, dass die monatliche Zahlung von 150 € Schulgeld nicht unbedingt ein Anreiz sind, künftig die Gesellschaft bei der Versorgung alter und kranker Menschen zu unterstützen. Die CDU will daher ihren Koalitionspartner in der Schweriner Regierung dazu auffordern, die Schulgeldpflicht für die Altenpflege-Azubis schnellstmöglich zu beseitigen. 

Aus Sicht der Redaktion wird das auch höchste Zeit. Es ist nicht verständlich, warum junge Leute noch Geld mitbringen sollen für einen Beruf, in dem zur Zeit eher Überstunden, familienfeindliche Arbeitszeiten, knappe Bezahlung und wenig Anerkennung drohen.