Private Pflegeheime behaupten sich über den Preis

Private Heime müssen Gewinne erwirtschaften. Dies liegt in der Natur der Sache. Damit aber haben private Träger einen Nachteil gegenüber Heimen in gemeinnütziger Trägerschaft. Dort können mögliche Defizite über andere Wege ausgeglichen werden. Forscher haben nun versucht, den Zusammenhang zwischen Preis und Qualität herzustellen. 

Dabei kam heraus, dass die Qualität in gewinnorientierten Pflegeheimen schlechter ist als in den Einrichtungen in gemeinnütziger Trägerschaft. Wobei hier unterschieden werden muss: Private Heime, die am unteren Ende der Preisskala liegen, weisen eine eher schlechte Qualität auf. Die privaten Einrichtungen, die hingegen am oberen Rand liegen, weisen auch eine entsprechende Qualität auf. 

Die Studie wurde von der Universität Witten/Herdecke durchgeführt. Im Zuge dieser Untersuchung zum Verhältnis von Qualität, Preis und Gewinnorientierung wurden mehr als 10.000 deutsche Pflegeheime untersucht. Als Grundlage für die Beurteilung der Qualität wurden die Ergebnisse aus MDK-Prüfungen der Jahre 2011 und 2012 herangezogen. Die Papiernoten taugen zwar wenig zur Abbildung von Qualität – aber wenigstens hatten die Forscher hier eine einheitliche Datenlage. 

Insgesamt kamen kaum Unterschiede bei der Ergebnisqualität heraus – die ja an sich der wichtigste Indikator sein sollte. Was nicht weiter erstaunlich ist, da wie gesagt nur die Papiernoten als Grundlage für die Vergleiche verwendet wurden. Insofern konnten nur halbwegs belastbar die Bereiche Pflegeprozesse, Betreuungsprozesse, Qualitätsmanagement und Einrichtungsstruktur in die Studie einbezogen werden. 

In diesen 4 Bereichen schnitten die günstigen Privatheime tatsächlich schlechter ab, als die Einrichtungen im höheren Preissegment. Da die Papiernoten aber im Qualitätsbereich 1 zwei Fragen zum Einfluss de stationären Einrichtung auf die Ernährungs- und Flüssigkeitsversorgung beinhalten, konnten die Wissenschaftler wenigstens hier einen Zusammenhang zur Ergebnisqualität darstellen – und siehe da, wie gesagt gibt es hier kaum Unterschiede. 

So kommen die Forscher auch ehrlicher Weise zu dem Ergebnis, dass sich profitorientierte Heime hinsichtlich der pflegerischen Versorgung nicht wesentlich unterscheiden. Bleibt aus Sicht der Redaktion festzuhalten, dass ohne belastbare Kriterien der Ergebnisqualität auch kein Vergleich zwischen Heimen möglich ist. Statt halbgarer Studien sollten die Steuergelder der Uni Witten/Herdecke besser in eine vernünftige Erforschung von messbaren Kriterien in der pflegerischen Ergebnisqualität investiert werden.