Hamburg fürchtet um gute Ausbildungszahlen

Die Altenpflegeumlage zur Finanzierung der Ausbildung ist vielen Betrieben zu Recht ein Dorn im Auge. Dennoch scheint die Umlage in den Bundesländern, wo sie erhoben wird, positive Effekte zu bringen. In Hamburg wird zudem auch die Krankenpflege-Ausbildung umlagefinanziert. Doch der positive Trend scheint nun zu kippen. 

Der Grund dafür ist nach Auffassung der Landesgruppe des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) und der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft (HKG) der Plan der Bundesregierung, die Zusammenlegung der Pflegeberufe (Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege) in einen generalisierten Ausbildungsberuf voranzutreiben. 

Auf einer Veranstaltung der Handelskammer in der norddeutschen Regionalmetropole war auch Dr. Edgar Franke, seines Zeichens Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Bundestag. Der Gesundheitsausschuss berät gerade über das Qualitätssenkungsprogramm, alle drei eigenständigen Ausbildungsgänge zu einer generalisierten Pflegeausbildung zu vereinen. 

Die Hamburger Landesgruppe des bpa warnt in Gestalt seines Geschäftsstellenleiters Uwe Clasen vor der Generalistik. Aus seiner Sicht kommen damit drei negative Aspekte für Heime und Pflegedienste zusammen: 

1. mehr organisatorischer Aufwand

2. Halbierung der praktischen Ausbildungsplätze im späteren Berufsfeld Altenpflege

3. Absinken derinhaltlichen Qualität 

Auch die Kollegen aus den Krankenhäusern fürchten die Folgen der Generalistik. Die Geschäftsführerin der Hamburger Krankenhausgesellschaft, Dr. Claudia Brase, fürchtet zudem eine schlechtere und kompliziertere Finanzierung der Ausbildung. Ihr fehlt zudem die Klarheit über die Inhalte und Abläufe der geplanten generalisierten Pflegeausbildung, bevor man ein bisher gut funktionierendes System abschafft. Bleibt nur zu hoffen, dass sich weiterer Widerstand gegen die Generalistik formiert und die ganze Schnapsidee in der Mottenkiste verschwindet.