„Entgelt“-Atlas fördert große Lohnunterschiede zutage

Gutes Geld für gute Arbeit. Diese Formel greift vor allem in der Altenpflege kaum. In einigen Gegenden dümpelt der Lohn für eine Pflegefachkraft gefährlich nahe an der Grenze zum gesetzlichen Pflege-Mindestlohn. Vor allem zwischen Ost und West scheint immer noch eine unsichtbare Mauer zu existieren. 

Allein der Unterschied zwischen dem Pflege-Durchschnittverdienst Ost (2.013 €) und West (2.617 €)  ist erschreckend. Die alleinige Nennung des Durchschnitts-verdienstes in der Altenpflege in Gesamtdeutschland von knapp 2.500 € ist daher irreführend. Viel mehr lohnt es sich, die einzelnen Regionen und Bundesländer anzuschauen. 

Blickt man auf die Zahlen, ist allein der oben angeführte Unterschied zwischen Ost und West von 600 € brutto monatlich kaum nachvollziehbar. Schließlich gleichen sich die Lebenshaltungskosten immer mehr an. Kaum akzeptabel kann es zum Beispiel für Kollegen aus Thüringen oder Sachsen-Anhalt sein, wenn je nach Steuerklasse der Nettoverdienst ungefähr beim Hartz IV-Satz (inklusive Wohnung + Heizung) liegt. 

Spitzenreiter sind Baden-Württemberg (2.799 € Monatsbrutto) und Bayern (2.754 Monatsbrutto). Auch das bevölkerungsreichste Bundeland Nordrhein-Westfalen liegt mit 2.730 € in der Spitzengruppe. Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt mit einem Schnitt von 1.803 €, dicht gefolgt von Sachsen mit 1.856 € Brutto-Monatsverdienst für eine Altenpflege-Fachkraft. 

Die Einzelheiten können Sie auch auf dem neuen internetbasierten Entgelt-Atlas der Bundesarbeitsagentur nachlesen. Sie finden die Angaben auf der entsprechenden Webseite unter https://entgeltatlas.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/faces/index.jspx. Interessierte können sich auf den Seiten auch über Durchschnittsverdienste und Lohngefälle anderer Berufe aus unserer Branche informieren.