Endlich Qualitätskriterien für die außerklinische Intensivpflege

Der Auftrag, Patienten im Sinne der außerklinischen Intensivpflege zu versorgen, ist für ambulante Pflegedienste eine anspruchsvolle Aufgabe. Leider nehmen ein paar schwarze Schafe diesen Auftrag nicht allzu ernst und setzen zum Teil auch Hilfskräfte in der 1:1-Intensivpflege ein. Diesem Treiben gilt es natürlich einen Riegel vorzuschieben.
 
Aber auch der Einsatz von Altenpflegern ohne spezielle Weiterqualifikation ist durchaus kritisch zu sehen. In Berlin und Brandenburg wurde jetzt eine einheitliche Vereinbarung zwischen den privaten Pflegediensten, die außerklinische Intensivpflege anbieten und den Krankenkassen getroffen.
 
Federführend dabei war der Trägerverband Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa). Dieser hat in monatelangen Verhandlungen mit den Kassen erreicht, dass einheitliche Standards zur Struktur- und Prozessqualität zum Tragen kommen. Bisher war es so, dass die Krankenkassen jeweils eigene Vorgaben aufgestellt hat. 
 
Der bpa freut sich darüber, dass im Rahmen der außerklinischen ambulanten Intensivpflege einheitliche Normen vereinbart wurden. Neben den Vergütungssätzen sind das vor allem inhaltliche Anforderungen an die Erbringung der außerklinischen ambulanten Intensivversorgung. Damit wird aus Sicht des Trägerverbandes eine Versorgung auf einem hohen Qualitätsniveau sichergestellt.  
 
Hinsichtlich der personellen Anforderungen wurden vor allem zwei Dinge vereinbart: 
  • Künftig wird eine Fachbereichsleitung für die intensivpflegerische Versorgung eingesetzt, die auf Intensivpflege spezialisiert ist.
  • Alle in der Intensivpflege eingesetzten Pflegefachkräfte müssen neben Erfahrung in der Beatmungs- und Intensivversorgung über eine zusätzliche Qualifikation verfügen. 
Es bleibt abzuwarten, ob diese Vereinbarung zwischen privaten Leistungserbringern und den Kostenträgern eine Signalwirkung für eine bundeseinheitliche Festlegung von Standards rund um die außerklinische Intensivversorgung sein wird.