Eine Chance für junge Kosovaren

Ein wesentlicher Bestandteil der Flüchtlingsdebatte ist das Thema „Integration in den Arbeitsmarkt“. Nun zählen Kosovaren nicht mehr zu Kriegsflüchtlingen, sondern aufgrund der misslichen wirtschaftlichen Lage im Kosovo eher zu Wirtschaftsflüchtlingen. Die Diakonie Württemberg gibt jungen Kosovaren nun Hoffnung auf eine sichere Arbeit und damit auf Einkommen und Teilhabe. 

Die Lage im Kosovo ist alles andere als hoffnungsvoll, insbesondere für junge Menschen bietet das Land kaum Zukunftsperspektiven. Daten wie zum Beispiel eine 60%-ige Jugendarbeitslosigkeit belegen das. Hinzu kommt, dass durch die Visumspflicht und eine rigide Visumspraxis die Menschen und das Land isoliert sind. Die Folgen liegen auf der Hand: Illegale Ausreisen, aussichtslose Asylanträge und Schwarzarbeit im Ausland. 

Auf der anderen Seite stehen wir in Deutschland vor einem Jahr für Jahr wachsenden Fachkräftemangel in der Pflege. Pflegeanbieter – vor allem ambulante Pflegedienste – sind gezwungen, auf Wachstum zu verzichten oder müssen sich sogar verkleinern, weil es einfach keine Mitarbeiter mehr gibt. Kreative Lösungen sind also für Pflegeanbieter gefragt.

In diese Lücke springt nun die Diakonie Württemberg. Denn tatsächlich gibt es in Europa und der ganzen Welt durchaus junge Menschen, die sich eine berufliche Laufbahn in der Pflege vorstellen können. Aufgrund dieser Tatsache hat die Diakonie im Ländle nun ein interessantes Modellprojekt gestartet. 

Im Zuge einer legalen Arbeitsmigration hat sich die Diakonie 27 junge Menschen aus dem Kosovo geholt und diese eine Ausbildung zur Pflegefachkraft in der Altenpflege absolvieren lassen. Bevor die jungen Leute aber nach Deutschland kommen konnten, wurden diese in 9 Monaten auf ein Leben in Deutschland vorbereitet. Dazu zählte auch ein Sprachkurs, mit dem die 27 Kosovaren immerhin das Sprachniveau B1 erreicht haben, bevor sie nach Deutschland kamen.

Die intensive Vorbereitung kann mit dazu beigetragen haben, dass sich die jungen Menschen in Deutschland willkommen gefühlt haben. Das trägt naturgemäß zum Wohlbefinden bei, wie auch Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, seines Zeichens Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Württemberg, betont. Das Projekt scheint erfolgreich zu sein, denn mittlerweile bereiten sich weitere 54 Kosovaren in ihrem Heimatland auf die Ausbildung und das Leben in Deutschland vor.