Bevollmächtigter für Pflege fordert bessere Hilfsmittel für Versicherte

Inkontinenz-Vorlagen ohne rechte Saugkraft, bessere Schrotthaufen als Rollstühle und minderwertige Pflegeprodukte. Wenn es darum geht, die eigene Tasche zu entlasten, sind Kranken- und Pflegekassen gnadenlos und schrecken vor nichts zurück. Das Ärgernis rund um minderwertige Hilfsmittel treibt schon seit Jahren viele betroffene Versicherte um. 

Jetzt endlich scheint sich die Politik sich dieses Trauerspiels anzunehmen. Der im Rang eines Staatssekretärs tätige Bundesbevollmächtigte für die Pflege, Karl-Josef Laumann (CDU) fordert nun von den Kassen, dass diese die Qualität der Hilfsmittel signifikant verbessern und wenigstens dem heutigen technischen Standard anpassen. 

Laumann geht sogar so weit, dass er eine Gesetzesänderung in Erwägung zieht. Der Grund liegt auf der Hand: Derzeit beklagen sich Patientenverbände vor allem über die schlechte Qualität von Inkontinenzhilfsmitteln. Die Saugfähigkeit geht nach kürzester Zeit verloren, was oft zu Infektionen und Entzündungen führen kann. Das wiederum führt die ganze Versorgung mit Inkontinenzhilfsmitteln bei entsprechender Indikation geradezu ad absurdum. 

Auch dem Politiker Laumann ist inzwischen aufgefallen, dass die Kassen die Preise bei einfachen Hilfsmitteln wie eben Inkontinenzmaterial so gnadenlos gedrückt haben, dass eine qualitativ akzeptable Produktion überhaupt nicht mehr möglich ist. Damit Patienten aufgrund der mangelhaften Hilfsmittel keine Folgeerkrankungen entwickeln, besorgen sich diese oft auf eigene Rechnung vernünftige Hilfsmittel. 

Die Kassen freut das natürlich, denn so müssen diese überhaupt nicht mehr leisten, was eigentlich deren gesetzlich verankerte Pflicht ist. Um diesem skandalösen Treiben endlich einen Riegel vorzuschieben, ist eine entsprechende Gesetzesänderung im Gespräch. Im Kern sollen Anbieter, die die Ausschreibungen der Kassen gewinnen, keine Produkte mehr mit Aufzahlung anbieten dürfen. 

Aus Sicht der Redaktion kann man im Sinne der betroffenen Patienten nur hoffen, dass ein Gesetz geschaffen wird, welches den perfiden Sparpraktiken auf dem Rücken der Schwächsten ein Riegel vorgeschoben wird – und so ein Gesetz nicht zu einem zahnlosen Papiertiger verkommt.