Berliner Sozialsenator hat Ideen zur ambulant betreuten WG

Ambulant betreute Wohngemeinschaften sind beliebte weitere Standbeine für ambulante Pflegedienste. In der Heimgesetzgebung der einzelnen Länder sind die WGS oft dem Heimrecht unterstellt. Der Berliner Sozialsenator Mario Czaja (CDU) sieht das durchaus kritisch.

Der Sozialsenator wünscht sich, dass auch die Bundespolitik langsam versteht, dass es sich bei den ambulant betreuten Wohngemeinschaften nicht nur um Beiwerk handelt, sondern mittlerweile um eine eigene Form der pflegerischen Versorgung. In der Gesetzgebung der Länder läuft die WG so nebenher – meistens im Rahmen des jeweiligen Heimgesetzes.

Für Berlin sieht Czaja dies kritisch. Eine Unterstellung unter das Heimgesetz würde aus Sicht des CDU-Politikers die klassische „Altbau-Pflege-WG“ kaputtmachen. Dies äußert der Senator vor allem mit Blick auf die baurechtlichen Vorgaben. Er zeigt zudem auch auf, dass es an belastbaren Qualitätskriterien für ambulant betreute Wohngemeinschaften fehlt.

So fehle zum Beispiel eine systematische Prüfung der WGs durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK). Denn in der Regel ist es so, dass der MDK den Pflegedienst prüft, der die WG-Bewohner versorgt. Im gängigen Stichprobenverfahren werden so nur vereinzelte Bewohner aus der WG geprüft – wenn überhaupt. Eine eigene Prüfanleitung für Wohngemeinschaften gibt es nicht.

Berlin hat an den Stellen, an denen es möglich ist, Qualitätskriterien eingeführt, so zum Beispiel zum Thema „Fachkraftabdeckung“. Senator Czaja wünscht sich allerdings, das Regelungslücken in Bundesgesetzen geschlossen werden. Dieser sperrt sich aber bislang gegen entsprechende Initiativen aus den Ländern.

In der Bundeshauptstadt selber gibt es derzeit ca. 600 WGs mit etwa 4.500 Plätzen. Generell werde noch die Hälfte der Pflegebedürftigen zuhause von Angehörigen betreut, jeweils ein Viertel der Pflegebedürftigen bekommt Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst oder lebt bereits im Pflegeheim.