AOK unterzieht Wohnkonzept für Senioren erst einer Testphase

Die AOK Nordost startet ein interessantes Modellvorhaben. Hierbei soll ein Wohnkonzept getestet werden, welches Senioren einen längeren Verbleib in der eigenen Wohnung ermöglicht. Dabei geht es vor allem darum, wie so eine Wohnung im Einzelnen konzipiert und ausgestattet sein muss. 

Der Wunsch vieler pflegebedürftiger Menschen, möglichst lange zuhause wohnen zu bleiben, ist nachvollziehbar. Ein Verbleib nicht nur ein den eigenen vier Wänden, sondern auch im eigenen Quartier ist der Wunsch vieler älterer, pflegebedürftiger Senioren. Denn die Perspektive „Pflegeheim“ ist nur für wenige Menschen eine Option. Die AOK Nordost beginnt daher nun ein Modellvorhaben, um älteren Menschen den Verbleib in ihren Wohnungen zu ermöglichen. 

Dazu kooperiert die Kasse mit dem Berliner Wohnungsbauunternehmen Gesobau. Ziel beider Akteure ist es, ein praxistaugliches und zukunftsweisendes Wohnkonzept zu entwickeln. Dieses soll in einem Berliner Stadtteil, dem Märkischen Viertel, dann auch realisiert werden. Die AOK Nordost und die Gesobau haben gerade eine entsprechende Kooperationsvereinbarung dazu unterzeichnet. 

Der Ablauf soll so sein, dass zunächst gemeinsam herausgefunden werden soll, wie moderne Technik dazu eingesetzt werden kann, um für die Wohnungsnutzer Mobilität und kognitive Fähigkeiten zu erhalten. Im Ergebnis sollen dann in den nächsten Jahren 30 Musterwohnungen entstehen. Diese sollen für AOK-Versicherte mit entsprechend benötigter technischer Infrastruktur und assistiven Produkten ausgestattet sein. 

In der Erprobungsphase wird getestet, welche Anforderungen an Qualität und Technik gestellt werden müssen. Zudem muss untersucht werden, welche Zugangs- und Innovationsbarrieren sowie sozialen Angebote berücksichtigt werden müssen. Damit auch die Praxis in das Projekt eingebunden wird, werden die Tätigkeiten von Pflegediensten, Ärzten und Servicestellen untersucht. 

Fernziel des Projektes ist es, dass im Zusammenspiel mit mehreren Partnern ein entsprechendes Geschäftsmodell für die Wohnungswirtschaft entwickelt wird. Dieses sieht die Umsetzung technikbasierte individuelle Wohnungslösungen und altersgerechte Konzepte im Quartier vor. Das Projekt wird übrigens vom GKV-Spitzenverband gemäß § 45f SGB XI gefördert.