Stiftung Patientenschutz fordert Pflegereformkorrekturen

Laut einer Stellungnahme der Stiftung Patientenschutz würden rund 870 000 Schwerstpflegebedürftige und Sterbende durch den "Referentenentwurf Pflege" keine Verbesserung" erfahren. Die Generationengerechtigkeit ist so nicht gewährleistet. 

Die Forderungen der Stiftung sind nicht unberechtigt, fraglich nur, ob sich diese überhaupt innerhalb der nächsten Jahre umsetzen lassen. Das jetzige Vorhaben der Bundesregierung (wir berichteten) geht in die richtige Richtung. Allerdings scheint immer noch der politische Wille für den großen Wurf zu fehlen. 

Die Stiftung fordert folgende Änderungen: 

  • die Verantwortung für den Einsatz von Fachärzten sollte in die Hände des Pflegeheimes gelegt werden.
  • bessere Leistungen für sterbende Menschen in Pflegeheimen
  • eine bessere Schmerzversorgung
  • einen zusätzlichen Pflegegrad für die letzten Lebenswochen mit einer zusätzlichen Leistung von 5000 Euro
  • die sterbenden Pflegeheimpatienten sollen pflegerisch, medizinisch und finanziell Hospizpatienten gleichgestellt werden
  • Pflegeheime sollten in einer hauseigenen Apotheke Notfallvorräte mit hochwirksamen Schmerzmitteln aufbewahren dürfen. Dafür müssten zehn Prozent des Pflegepersonals spezifische fachliche Zusatzkenntnisse haben
  • die Zuständigkeit der geplanten Qualitätsinstitute für Krankenhäuser sollte auch auf die Pflegeheime ausgedehnt werden, da die Qualitätssicherung in Pflegeheimen ineffizient ist.
  • Weiterhin wird vorgeschlagen den Beitrag zur Pflegeversicherung unbefristet für kinderlose Versicherte von derzeit 2,3 auf 2,6 Prozent zu erhöhen. Nur so soll die sichere Zukunft gewährleistet sein 

Würde die Pflegereform wie bisher geplant bestehen bleiben, würde die Generationengerechtigkeit nach Meinung der Stiftung immer noch nicht behoben werden. 

Aus Sicht der Redaktion ist die eine oder andere Forderung kritisch zu sehen. So zum Beispiel die Forderung nach mehr Qualitätsprüfungen in Pflegeheimen. Schon jetzt ächzt die stationäre Pflege unter einer Vielzahl an Prüfungen – schlimmer noch als im ambulanten Bereich.