Sensibler Umgang mit Patientenfotos

Stationsalltag ohne Fotohandy in der Tasche ist leider schon lange nicht mehr vorstellbar. Auch wenn es offiziell vom Arbeitgeber meist untersagt ist – die meisten Mitarbeiter haben Smartphone und Handy meist doch bei sich. Schließlich möchte man ja jedes Ereignis mit allen teilen, um auf dem virtuellen Jahrmarkt der Eitelkeiten zu überleben.

Auf die rechtlichen Fallstricke hinsichtlich einer Entscheidung des Landesarbeitsgerichtes Berlin-Brandenburg wies vor kurzem der Deutsche Anwaltverein (DAV) hin. Im genannten Fall ging es um eine Krankenschwester, die ein Babyfoto des Krankenhauses ohne Erlaubnis auf Facebook veröffentlicht hatte. 

Pflegekräfte dürfen in sozialen Netzwerken wie Facebook keine Fotos von Patienten veröffentlichen. Geschieht das trotzdem, müssen sie unter Umständen mit der Kündigung oder aber mindestens mit einer Abmahnung rechnen. 

Wenn die Person auf dem veröffentlichten Foto nicht bloßgestellt wird, nicht identifiziert werden kann und auch keine Rückschlüsse auf das jeweilige Krankenhaus gezogen werden können (wie im beschriebenen Fall), kann solch ein Vorgehen erstmals mit einer Abmahnung gestraft werden und ein Rauswurf in Einzelfällen auch unzulässig sein. 

Ansonsten ist der Arbeitgeber berechtigt, dem Mitarbeiter zu kündigen. Schauen Sie sich als Arbeitgeber und Führungskraft daher doch mal genauer um, was Ihre Mitarbeiter – bezogen auf Ihren Pflegedienst bzw. Ihre Einrichtung – in der virtuellen Welt so treiben.