Schockierende Ergebnisse aus dem MLP-Gesundheitsreport 2014

Nicht nur in den Altenpflegeeinrichtungen und ambulanten Diensten, nicht nur bei der hausärztlichen Versorgung, nein - auch in den Krankenhäusern ist bereits Land unter. Überarbeitete und unzufriedene Pfleger und Ärzte, keine Zeit für den Patienten, schlechte Arbeitsbedingungen. Auch hier ist das Personal an ihren Grenzen angelangt. 

Aber anscheinend ist diese Problematik in der jetzigen Legislaturperiode bei der großen Koalition noch nicht wirklich angenommen. Denn hier wird fleißig daran gearbeitet die Hausarztprobleme auf dem Land, und die langen Wartezeiten bei Fachärzten mit „Schusterflicken“ zu versorgen. 

Aus den aktuellen Ergebnissen des Gesundheitsreportes gehen folgende Fakten zur Lage in den Kliniken hervor: 

  • 49 Prozent der Patienten beklagen den Zeitmangel bei den ärztlichen Behandlungen
  • Bei den Privatversicherten klagen nur 31 Prozent über zu wenig Zeit ihrer Ärzte
  • Bei den Kassenpatienten jedoch 52 Prozent
  • 40 Prozent finden das Pflegepersonal überlastet
  • 20 Prozent kritisieren die Massenabfertigung
  • 44 Prozent der Klinikärzte kritisieren den hohen Ausländeranteil in ihrem Krankenhaus
  • Bei lediglich einem Prozent der befragten Ärzte gebe es im Haus keinen ausländischen Arzt
  • 36 Prozent zweifeln an der Qualität der ausländischen Ärzte
  • 50 Prozent sprechen sich für ebenso gute Qualifikationen der ausländischen Kollegen aus
  • Bei den Ärzten im Krankenhaus klagen 58 Prozent über zu wenig Zeit für die Patienten
  • Bei den niedergelassenen Ärzten nur etwa ein Drittel
  • Insgesamt haben noch 41 Prozent der Bürger einen positiven Eindruck von den Kliniken. In den 90er Jahren waren es noch 50 Prozent. 

Als Ursachen werden verschiedene Gründe angeführt. Es liege nicht etwa an der Arbeitsqualität der Ärzte – vielmehr an deren schlechten Arbeitsbedingungen. Wie zum Beispiel überholten hierarchischen Strukturen, inadäquates Vergütungssystem, Fehlmanagement und Vergeuden von Kapazitäten, mangelhafte Informationstechnologie, überholtes Inventar und Ausstattung durch mangelnde Investitionen. 

Der Regierung fällt derweil nichts Besseres ein, einen weiteren Qualitätsausschuss einzurichten. Diese Gelder wären in der direkten Patientenversorgung besser aufgehoben. So es wird wieder deutlich: Es besteht kein politischer Wille, das deutsche Gesundheitssystem auf ein adäquates Niveau zu führen.