Schmerzensgeld für Infektion mit MRSA im Krankenhaus

Ein Patient hat sich aufgrund mangelnder Hygiene eines Krankenpflegeschülers mit MRSA-Keimen infiziert. Daraufhin hat er die betreffende Klinik verklagt und Recht bekommen. Ein Hoffnungsschimmer auch für Senioren, die mit einem MRSA zurück ins Heim oder die Häuslichkeit verlegt werden? 

Der Patient wurde im März 2008 wegen eines Tinnitus im Krankenhaus mit Infusionen behandelt. Er bekam von einem Krankenpflegeschüler die Infusionskanüle entfernt. Dieser handelte gegen die Hygienevorschriften und zog die Kanüle ohne vorher frische Einmalhandschuhe überzuziehen. Er trug dieselben Handschuhe bereits beim vorherigen Patienten. 

Der 58 jährige Briloner Patient infizierte sich mit den multiresistenten Staphylokokken (MRSA), hatte monatelang starke Schmerzen und entwickelte einen Abszess im Lendenwirbelsäulenbereich, welcher operativ entfernt werden musste. 

Das Oberlandesgericht in  Hamm sprach dem klagenden Patienten ein Schmerzensgeld von 40.000 Euro zu, da dieser aufgrund dessen eine lange Zeit arbeitsunfähig war. Außerdem habe die Infektion mit den Keimen zu schwerwiegenden Komplikationen geführt und langandauernde ärztliche Behandlungen erforderlich gemacht. 

Das Abstöpseln einer Infusion ohne vorherige Desinfektionsmaßnahmen sei nach den Gutachten des medizinischen Sachverständigen grob fehlerhaft. Sensibilisieren Sie also durchaus Ihre Pflegekunden und Angehörigen auf den Ablauf der Krankenhausbehandlung mit dem Blick auf die Hygiene und lassen Sie sich nicht vom Krankenhaus den Vorwurf gefallen, der Kunde sei schon vorher dehydriert gewesen und / oder hätte einen Keim mitgebracht – wie es Kliniken ja immer gerne tun.