Schlechte ambulante Versorgungsmöglichkeiten auf dem Land

Ruinöse Vergütungen, steigende Zahl pflegebedürftiger Menschen, grenzenlos arrogante Kassen. Das ist der Boden, auf dem der Notstand ambulanter Pflege in Brandenburg wächst und gedeiht – zumindest auf dem Land. Etwas entspannter ist es nur rund um die Ballungsgebiete. 

Trotz stetig wachsender Anzahl an häuslichen Pflegediensten, konzentrieren sich die Anbieter vor allem um  die städtischen Ballungsgebiete.
Hierzu einige Fakten zur derzeitigen Lage in Brandenburg: 

  • Die Zahl pflegebedürftiger Menschen in der Mark ist laut Brandenburger Sozialministerium seit 1999 um 50 Prozent auf jetzt knapp 96.000 gestiegen.
  • Bis 2030 soll sie auf dann etwa 162.000 klettern.
  • Der Bedarf an Pflegepersonal steigt ebenfalls drastisch: den ambulanten Pflegediensten rechnet das Ministerium mit einem Anstieg von derzeit etwa 12.500 Beschäftigten auf fast 21.000 im Jahr 2030.
  • In der stationären Versorgung müsse die Zahl der Beschäftigten von derzeit 16.400 auf über 33.000 steigen.
  • 77 Prozent aller Pflegebedürftigen in Brandenburg werden zuhause von ihren Angehörigen oder einem Pflegedienst versorgt 

Auch in der Region Brandenburgs wird es immer schwieriger, einen ambulanten Pflegedienst zu finden. Für die meisten lohnt sich die Tätigkeit dort nicht mehr

Der BPA sieht die Ursache bei den teils sehr langen Wege zu einzelnen Kunden, beziehungsweise die Vergütungspraxis der Kassen. Ganz besonders problematisch sei die Lage insbesondere in der Lausitz, in der Prignitz und in Teilen der Uckermark. 

Laut Landesgruppenleiterin Ellen Fährmann erhält man für die Fahrt zum Patienten gerade einmal einen Pauschalbetrag von 3,25 Euro. Egal wie viele Kilometer dafür gefahren werden müssen. 

Die AOK sieht die Lage wesentlich entspannter. Würden ihr, laut Aussage der Sprecherin Gabriele Rähse, doch keine Hinweise auf eine pflegerische Unterversorgung in den ländlichen Regionen vorliegen. Außerdem seien die Pflegestützpunkte bei der Suche nach einem Dienst behilflich. Beratung hierzu gibt es bei den Pflegestützpunkten und im Internet: www.pflegestuetzpunkte-brandenburg.de