Pilotprojekt in NRW will Demenzkranke in die Gesellschaftsmitte bringen

Angesichts der steigenden Anzahl der Demenz-Erkrankungen sind innovative Ideen gefragt um die Betreuung in den kommenden Jahren zu gewährleisten. Nun sucht die Diakonie in Düsseldorf 12 Gastfamilien, für ein dreijähriges Projekt. 

Das bundesweite Modellprojekt wird von der Privat Universität Witten-Herdecke wissenschaftlich begleitet. Nun werden Privathaushalte gesucht, die einen Demenzkranken als Gast bei sich aufnehmen. 

Dies kann laut Klaus Niel, Demenzbeauftragter der Diakonie Düsseldorf, als vorübergehende Gastbetreuung sein, zum Beispiel wenn Angehörige verreisen oder erkrankt sind, aber auch als dauerhafte Lösung der Betreuungsform. 

Die Kosten werden vom Land NRW und denn Pflegekassen größtenteils getragen. Die restlichen 20% trägt die Diakonie.  Die Gasthaushalte bekommen die Betreuungskosten und die Anteilige Kostenerstattung für Verpflegung und Miete.

Voraussetzung für den Demenzkranken ist, dass die Erkrankung noch nicht zu weit fortgeschritten ist, er freiwillig in die Gastfamilie geht und dort möglichst ein eigenes Zimmer beziehen kann. 

Die Körperpflege würde von einem ambulanten Pflegedienst übernommen werden. Die Gastfamilien bekommen im Vorfeld eine 30-stündige Schulung um sich auf den Umgang mit einem Demenzkranken vorbereiten zu können. 

Von den freiwilligen Gastfamilien setzt diese Aufgabe eine große Portion Mut voraus, viel Geduld und psychische Stabilität. Pflegerische Vorerfahrungen sind sicher auch von Vorteil. Nach Projektabschluss sollen aus den Erkenntnissen wissenschaftliche Empfehlungen abgeleitet werden. 

Auch die Deutsche Alzheimer Gesellschaft erhofft sich durch dieses Projekt gerade in den Großstädten wie Düsseldorf, dass die Demenzerkrankten auch in der Gesellschaft mehr angenommen werden. Zu häufig wird dieses Thema noch tabuisiert. 

Von ca. 98 000 der über 65-Jährigen sind allein in Düsseldorf gut 10 000 an Demenz erkrankt. Sehr viele von den Erkrankten sind alleinstehend.

Bundesweit leiden 1,4 Millionen Menschen an Demenz.