Pflegende Angehörige werden geschult

„PAUSE“- so nennt sich ein neues Modellprojekt, das nun in Nordrheinwestfalen gestartet wird. Drahtzieher dieser Aktion sind die Barmer-GEK und die Landesregierung von NRW. 

Das Projekt ist für pflegende Angehörige gedacht und soll in einem viertägigen Seminar verschiedene Bewältigungsstrategien vermitteln, stärken und auch entlasten. Die vier Seminartage können für die Angehörigen als gute Auszeit von zuhause genutzt werden. 

Gerade die hohen psychischen und pflegerischen Herausforderungen stellen Angehörige auf eine hohe Belastungsprobe. Insgesamt stellt das Land für dieses Modellprojekt 200.000 Euro zur Verfügung. Rund 500 pflegende Angehörige sollen in den kommenden zwei Jahren die Möglichkeit haben an einem der insgesamt sechs Seminaren teilzunehmen. 

Viele Angehörige stellen sich nun sicher die Frage, wie in dieser Zeit ihr Pflegebedürftiger Angehöriger versorgt werden soll und welche Kosten hierfür aufgebracht werden müssen. 

Hierzu eine Zusammenfassung der bisher bekannten Daten zu den Seminaren: 

  • Anmeldeberechtigt ist jeder gesetzlich versicherte pflegende Angehörige aus NRW
  • Kursort: Bad Sassendorf
  • Kostenpauschale: 149,- Euro + Anfahrtskosten
  • Beratung im Vorfeld zu individuellen Lösungsmöglichkeiten für die Pflegesituation zuhause während der Seminardauer (z.B ambulanter Pflegedienst, Kurzzeitpflege,)
  • Ziele des Seminares: Kennenlernen von anderen Betroffenen und gemeinsamer Austausch, körperliche Erholung, Lernen von Bewältigungsstrategien, 

 

Langfristig sollen mit diesem Pilotprojekt bei guten Ergebnissen solche Seminare in das Leistungsangebot der gesetzlichen Versicherungen einfließen. Bis zu sieben Monate nach dem Seminar werden für alle Beteiligten weiterhin individuelle Beratungsmöglichkeiten angeboten. 

Die größte Überwindung stellt für die pflegenden Angehörigen sicherlich die Tatsache dar, ihren Angehörigen für diese Zeit zuhause lassen zu müssen und nicht in greifbarer Nähe zu sein. Doch auch dieser Schritt des Loslassen und Aufgaben abgeben können, stellt bereits einen ersten Schritt zur Erholung dar.