Pflegeheim-Agenturen haben regen Zulauf

Wo soll das in Deutschland nun noch hinführen? Eine verzweifelte Situation trieb einen erwachsene Sohn, dazu den Weg zu einer Vermittlungsagentur für Pflegeplätze in osteuropäischen Heimen zu suchen. Laut einer Agenturchefin ist das kein Einzelfall, da sich viele die deutsche Pflege nicht mehr leisten können. 

Der verzweifelte Sohn, meldete sich bei der Vermittlungsagentur Seniorpalace mit Sitz in der Slowakei. Seine Mutter bekommt in Deutschland für ihre Pflegestufe 3 gerade einmal einen Zuschuss von 1750 Euro. Der Heimplatz kostet jedoch 4150 Euro. Aus finanzieller Sicht ist es der Familie nicht möglich monatlich die Zuzahlung von 2400 Euro zuzahlen. Notgedrungen sucht der Sohn eine günstigere Lösung und fand  diese in einem guten slowakischen Heim. 

Die Grundpreise sind in den osteuropäischen Pflegeheimen, unabhängig von der Pflegestufe, immer gleich. Für die Pflege und Unterbringung seiner Mutter, muss der Sohn dort nur noch 600 Euro zuzahlen. 

Aber auch die Qualität ist ein ausschlaggebender Punkt. Nehme man das Beispiel Thailand. Dort gibt es in einem familiären Heim, welches sich auf Menschen mit Alzheimer spezialisiert hat drei Mitarbeiter, die sich rund um die Uhr im Wechsel um einen Bewohner kümmern.Umgerechnet kostet das die Angehörigen „nur“ 2800 Euro pro Monat. 

Die Pflege hat in Thailand einen sehr hohen Stellenwert, und die Menschen haben noch echten Respekt vor dem Alter. Nicht umsonst überlegen immer mehr Deutsche im Alter auszuwandern. 

Viele stellen sich nun die Frage, wie es mit der Pflegeversicherung bei ausländischer Betreuung verhält. Das Pflegegeld, das zwischen 120 und 700 Euro beträgt, wird von der Versicherung eingeschränkt gezahlt. Das Heim muss sich in jedem Fall in einem EU-Land befinden. Ausnahmen sind Norwegen und Island, Schweiz oder Liechtenstein. Allerdings wird die Sachleistung im Ausland nicht gewährt. In Deutschland beteiligt sich die Pflegeversicherung mit der Sachleistung je nach Pflegestufe mit 225 bis 1550 Euro  an den Kosten für professionelle Pflegedienste. 

Für Pflegeheimanbeiter – vor allem in Grenznähe zu osteuropäischen Ländern – kann hier zusammengefasst eine ernstzunehmende Konkurrenz erwachsen.