Patienten bald im Glashaus der Technik?

Wie kann die Pflege in die Telematik-Infrastruktur integriert werden und welchen Nutzen würde dies für den Patienten wirklich haben. Diese Themen wurden nun in Potsdam bei der Landeskonferenz Telematik im Gesundheitswesen diskutiert. 

Professor Arno Elmer, Geschäftsführer der Gematik, setzt sich dafür ein, dass die Pflegeberufe in die Telematik-Infrastruktur integriert werden. Für viele Ärzte erschließt sich jedoch der Mehrwert noch nicht. Auch Vertreter der AOK-Nordost sehen das Vorhaben noch kritisch an. Geht es doch aktuell hauptsächlich um die Vernetzung der Daten in der Arzneimitteltherapie, die Einführung und die Kosten. Die Frage nach dem tatsächlichen Nutzen bleibt jedoch mit einem Fragezeichen zurück. 

Hängt das Wohl und die Gesundheit von chronisch kranken Patienten nur von mehr Technik ab? Nun will die Gematik ab Herbst dieses Jahres testen, ob der Datenaustausch zwischen elektronischer Gesundheitskarte und der sektorenübergreifenden Plattform der gematik sicher erfolgt. 

Ärzte, Zahnärzte und Kliniken sollen sich an der Erprobung in zwei Gesundheitsregionen beteiligen. Der Datentransfer soll für die Zukunft erweitert werden um eine flächendeckende Auswirkung auf alle Patienten zu haben.

Laut Arno Elmer und Dr. Pablo Metzinis könnte mit  der  Vernetzung der Daten in der Arzneimitteltherapie rechtzeitig vor Kontraindikationen gewarnt werden und chronisch Kranke besser versorgt werden. Daher bräuchten auch Pflegekräfte einen eigenen Zugang zu den Patientendaten. 

Allerdings verursache die Einführung der neuen Technik sehr hohe Basiskosten -  die Rentabilität ist jedoch weiterhin unklar. Auch die Ärzte müssten noch davon überzeugt werden, sich an dem Datenaustausch zu beteiligen. 

Vielleicht sollte, wie auch ein Vertreter des Gesundheitsministeriums Brandenburg anmerkte, erst ein klares Versorgungsziel vereinbart werden, um dann zu überlegen, ob dies wirklich mit der Einführung von mehr Technik erreicht werden kann.