Missachtung der Pausenregelungen kann teuer werden

Wenn Sie Ihren Mitarbeitern freie Hand bei der Pausengestaltung lassen, gelten Sie schnell als freundlicher und angenehmer Arbeitgeber. Aber was Ihr Personal gut findet, wird bei Institutionen wie Gerichte, Anwälte für Arbeitsrecht und Arbeitsschutzämtern nicht gerade begrüßt. 

In der Praxis hat sich in einer stationären Einrichtung Folgendes zugetragen:

Eine Pflegehelferin war in einer Einrichtung mit über 80 Bewohnern angestellt. Sie hatte die Möglichkeit, ihre Pausenzeiten selber festzulegen. Im Dienstplan selbst waren nur pauschal 60 Minuten als Pause angegeben.  

Drei Jahre vergingen, bis die Pflegekraft für die von ihr erbrachte Arbeitsleistung eine Bezahlung ohne Anrechnung der Pausenzeit verlangte. Angeblich wäre sie während des Nachtdienstes ohne Pausenanrechnung beschäftigt gewesen. Ferner führte sie aus, dass es ihr zudem nicht möglich war, die Pausen in Anspruch zu nehmen. 

Dem Landesarbeitsgericht Köln reichte das aus. Laut dem LAG-Urteil vom 27.11.2013 (Az.: 5 Sa 376/13) bekam die Pflegehelferin Recht. Das Gericht sprach ihr tatsächlich 5.500 € zu. Das LAG Köln folgte damit der Rechtssprechung des Bundesarbeitsgerichtes: Demnach kann ein Arbeitnehmer tatsächlich eine Vergütung für eine Schicht ohne Pause verlangen. Es reicht schon, wenn zwar eine Pause vorgesehen ist – aber diese vom Arbeitgeber nicht ordnungsgemäß zugewiesen wird. 

Wenn Sie zudem als Arbeitgeber es einer Gruppe von Mitarbeitern selber überlassen, eine Pausenregelung zu finden, prüfen Sie dieses nachweislich. Sie müssen zwingend die Regelung überprüfen sowie die Umsetzung der Regelung überprüfen. Ansonsten verletzen Sie Ihre Pflicht – und kommen in die Situation wie in dem aktuellen Urteil des LAG Köln dargestellt.