Mehr Fachpersonal in den Wohlfahrtsverbänden dank Flashmobs

In Bad Kissingen gab es nun erfreuliche Nachrichten für Pflegekräfte. Die Landespflegesatzkommission hat mit den Stimmen der sieben Bezirke beschlossen, die Personalausstattung in den Pflegeeinrichtungen des Freistaats zu verbessern. 

Im vergangenen Jahr hatten sich am 16. November in vielen deutschen Städten Pflegemitarbeiter zu Flashmobs unter dem Motto „die Pflege liegt  am Boden getroffen“ und sich jeweils zehn Minuten in Arbeitskleidung auf den Boden gelegt. 

So wie es aussieht in Bad Kissingen mit positiven Folgen. Die Einrichtungen ihr Personal bis 2016 in zwei Stufen aufstocken. Dies gilt zunächst aber nur für die Pflegestufe 3: So kann der Stellenschlüssel auf 1 : 2,2 aufgestockt werden – also eine Pflegekraft für 2,2 Bewohner der Stufe 3. 

Ein Marketingleiter der AWO Unterfranken nennt dazu konkrete Zahlen: Seiner Aussage nach können in der Einrichtung in Bad Kissingen können schon seit dem 1. März für die 76 Bewohner zwei weitere Stellen refinanziert werden. Für eine weitere Einrichtung in Bad Brückenau sogar 2,5 Stellen. 

Auch die Caritas in der Region geht von mehr Personal aus. Der Träger rechnet mit einem Zusatzschlüssel von etwa 1:40 – also pro 40 Bewohner eine Kraft mehr. Ralf Grosch, der drei Häusern vorsteht, rechnet für seine Einrichtungen mit gut 4 Stellen mehr. Allerdings ist zu bedenken, dass es sich bei den Stellen um Bruttoarbeitszeit handelt. Netto dürften dabei etwa 3,3 Stellen hängenbleiben. 

So gut die Neuerungen klingen, leider gibt es auch zwei Haken: 

  • Die Regelung greift nur, wenn alle Plätze voll belegt sind und auch die Stellenschlüssel voll ausgeschöpft sind
  • Die Pflegeplätze werden um ca. 130 € pro Monat teurer 

Die Erhöhung der Stellenschlüssel ist fraglos ein gutes Zeichen – ein weiteres Mako bleibt immer noch: Die fehlenden Fachkräfte.