„Legalize it“ – Schwarzarbeit als Rettungsanker für den Pflegenotstand

Die Jecken sind los – nicht in Köln, sondern in Berlin. Denn die neue Koalition arbeitet mit Hochdruck daran, Berlin zur neuen Karnevalshochburg zu machen. Um den Pflegenotstand zu beseitigen, soll nicht etwa mehr Geld in das System gebracht werden. Nein – viel besser – jetzt wird die Schwarzarbeit legalisiert. 

Nachdem  wir erst vor kurzem berichteten, dass Projekte mit chinesischen Azubis in Baden Württemberg dazu beitragen sollen, den nötigen Pflegebedarf abzudecken sind wir nun bei der Legalisierung der Schwarzarbeit angelangt. 

Laut Ergebnissen des Koalitionsvertrages soll in dieser Legislaturperiode verschärft am Versorgungsengpass in der Altenpflege gearbeitet werden. Dies soll zum einen dadurch geschehen, indem  die Schwarzarbeit im Pflegebereich von der Union als legal eingeführt wird. 

In vielen Haushalten ist dies schon seit Jahren der gängige Alltag, da sich die meisten Betroffenen aus finanziellen Gründen nicht anders zu helfen wissen. 

Schätzungen zufolge arbeiten ca. 400.000 Altenpflegerinnen, meist aus Osteuropa, schwarz bei uns in Deutschland. Abgesehen davon, dass für sie keine Sozialabgaben gezahlt werden ist dies auch im Falle von Unfällen riskant.

Denn bislang sind sie in ihrer Tätigkeit nicht versichert, haben keinen Krankenversicherungsschutz. Nun ist im Gespräch, dass die Pflegekassen künftig die Sozialversicherungskosten für die Frauen übernehmen. 

Vorgeschlagen ist laut Spahn wohl auch ein Modell, dass die schwarzarbeitenden Altenpflegerinnen  künftig über die Minijobzentrale angemeldet werden dürfen. 

Die älteren Leser unter Ihnen dürften noch den Klassiker von Peter Tosh kennen – die Kifferhymne „legalize it“. Lässt sich nun wunderbar auf die osteuropäischen Pflegeperlen umtexten.