Laumanns Schnapsidee: Rentner als Demenzbetreuer

Karneval ist vorbei, doch die Politiker bleiben jeck. Nun will der Pflegebeauftragte der Bundesregierung Senioren als Demenzbegleiter einsetzen. Wie der Name des Politikers schon sagt – natürlich für lau. 

Entlastung für die häusliche Pflege soll in Sicht sein. Laut Karl-Josef Laumann, Pflegebeauftragten der Bundesregierung, sollen nun Senioren für die häusliche Pflege gewonnen werden. Diese sollen eine steuerfreie Aufwandspauschale dafür bekommen und ehrenamtlich Familien mit pflegebedürftigen Angehörigen unterstützen. 

Bundesweit fehlt es immer noch an bis zu 50.000 Pflegekräften.  Und ca. 75% der Pflegefälle werden noch zu Hause betreut.  Hier sollen nun rüstige Rentner den Familien Entlastung bringen. Zum Beispiel mit Diensten wie Spaziergängen und sich hierfür nebenbei 100 Euro monatlich dazuverdienen dürfen. 

Klar gibt es viele rüstige Rentner, welche sich nach einer Tätigkeit sehnen, bei der sie sich noch nützlich machen können und nebenbei anderen eine Freude machen. Allerdings erschließt sich nicht ganz der Sinn, wie dieses Modell in der Praxis aussehen soll um tatsächlich Entlastung zu bringen. Weiß doch jeder der im Gesundheitswesen tätig ist, welchen Zeitaufwand es Bedarf ungelernte Helfer anzuweisen und in die wichtigsten Informationen einzuweihen. 

Auch für einen einfachen Spaziergang mit einem Pflegebedürftigen sind ein paar Kenntnisse zum Umgang erforderlich. Sei es ein dementer Patient, der evtl. sogar weglaufgefährdet ist oder aber ein pflegebedürftiger Mensch im Rollstuhl. Darüber hinaus ist der Verwaltungsaufwand für Pflegebetriebe  zum rechtssicheren Umgang mit Ehrenamtlichen nicht zu unterschätzen. 

Die Helfer sollten aus den Geldern der Pflegeversicherung finanziert werden. Hört sich auf den ersten Blick sehr vielversprechend an. Aber heißt im Umkehrschluss, die Familien dürfen den helfenden Rentner aus ihrem Pflegeversicherungsanteil bezahlen – wo hier dann genau die Entlastung für die Familien liegt ist fragwürdig, hat der Staat doch nur die Verantwortlichkeit der Finanzierung in die Hände der Familien gelegt. 

Dafür werden dann an anderer Seite die Pflegeversicherungsbeiträge für die Kinderlosen erhöht. Wer keine Kinder hat und älter als 23 ist zahlt einen Zuschlag von 0,25% des Bruttoeinkommens. Das macht bei Kinderlosen und einem Gehalt von 3000 Euro pro Monat 7,50 Euro mehr aus. Noch im Frühjahr soll es einen Gesetzesentwurf für diese glorreiche Entlastungsstrategie geben. 

Wenn Herr Laumann hoffentlich bald in Rente geht, kann er gleich mit gutem Beispiel als ehrenamtlicher Betreuer voran gehen.