KV-Westfalen-Lippe setzt auf Ärztenetze

Die KV Westfalen-Lippe will die Versorgung der Patienten verbessern. Hierzu sind ergänzende Verträge bereits in der Abschlussphase. Ein Vertrag, der die ambulante ärztliche Betreuung in Altenheimen absichern soll ist bereits unter Dach und Fach. Zusätzlich werden die finanziellen Mittel für Haus- und Fachärzte erhöht. So wurden die Quartalspauschalen von 120 Euro pro Patient eingeführt. 

Dr. Gerhard Nordmann, zweiter KVWL-Vorsitzender, berichtete am Freitag in Dortmund bei der Vertreterversammlung über die bisherigen Fortschritte. Ein Strukturvertrag nach § 73a SGB V wurde zur Verbesserung der Versorgung in Alten- und Pflegeheimen auf den Weg gebracht. Mit diesem soll das strukturelle Defizit in der Versorgung beseitigt werden. 

Im Detail sollen die Fortschritte durch folgende Instrumente erreicht werden: 

  • Durch Ärztenetze,
  • Heimbesuche auch außerhalb von Sprechzeiten,
  • Bereitschaftsdienste
  • Versorgungsassistentinnen
  • Betreuung von Hochrisikopatienten
  • Kooperation mit der Pflegeberatung bei den Kassen
  • Heil- und Hilfsmittelberatung 

In Vorbereitung sind weitere Verträge, wie z.B. ein Vertrag zur chronischen Wundversorgung. 

Nachdem das Projekt vorerst auf zwei Jahre in begrenzter Region  (in Bünde, Marl, Münster, Lippe und Unna) erprobt werden soll, wird eine nachfolgende Evaluation entscheiden ob dieses Modell auf ganz Westfalen-Lippe erweitert wird.

Die Netzmitgliedschaft ist zwingende Voraussetzung für die Teilnahme an dem Vertrag. Da die Ärzte ihre Leistungen mit dem EBM abrechnen. Die zusätzliche Pauschale fließt erst an das Netz und wird dann intern an die eingeschriebenen Ärzte weitergegeben

Pro Jahr stellen die Kassen hierfür rund 600.000 Euro zur Verfügung.

In Zusammenarbeit mit der AOK Nordwest soll nun noch der Vertrag zur chronischen Wundversorgung finalisiert werden. Hier könnte man laut Dr. Nordmann auf einer Vereinbarung zur Optimierung der Wundversorgung beim diabetischen Fußsyndrom aufbauen.