Ingenieure arbeiten unter Hochdruck gegen das drohende Versorgungsproblem im Alter

An der Hamburger Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr wird fleißig getüftelt für die Zukunft der Pflege. Ob Roboter, die als Gehhilfe funktionieren sollen, Computer, die beim Medikamentenstellen assistieren, oder spezielle Brillen für Demenzkranke. Die Studenten suchen nach Lösungen, wie sie ein System finden, welches den Menschen im Gesundheitswesen bei der Arbeit unterstützt. 

Eine Gruppe aus Sozialwissenschaftlern, Bewegungswissenschaftlern und Medizinern bildet eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe. Stets werden die älteren Menschen hierzu befragt und in die Entwicklung mit einbezogen. Ein Beispiel welches schon länger in der Praxis erprobt wird ist das Exoskelett, wie wir bereits berichteten. 

Wenn in Zukunft noch 24-Stunden Pflege gewährleistet werden soll, muss auf humanoide Roboter-Hilfe zurückgegriffen werden. So auch Elsa Kirchner. Projektleiterin am Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz in Bremen. Es ist zwar bereits möglich, dass Roboter in der Lage sind Tabletts mit Getränken anzureichen, einzuschenken, sowie Spülmaschinen ein-und auszuräumen. Aber bis diese in der Lage wären, Pflegebedürftige zu füttern oder bei Transfers zu unterstützen ist noch ein sehr weiter Weg. 

Hinzu kommt die noch große Skepsis von Patienten, Angehörigen und Betreuern, die noch nicht von der Nützlichkeit überzeugt sind. Ein weiterer positiver Aspekt des möglichen Robotereinsatzes im Gesundheitswesen wäre, dass auch mehr technikinteressierte Männer in diese Berufsgruppe angelockt würden. 

Die Ingenieure arbeiten auch an diversen Entwicklungen für Demenzkranke. In Baden Württemberg werden im Rahmen eines Projektes gerade Demenzkranke mit einer speziellen Brille oder Uhr ausgerüstet, in welche sowohl ein ein Navigationsgerät, als auch ein Pulsmessgerät und eine Uhr integriert sind. 

Dies ermöglicht ihnen in einem bestimmten Radius alleine unterwegs zu sein. Dem Patienten werden Wege durch das Gerät vorgeschlagen. Reagiert der Patient nicht auf diese Ansagen, entfernt er sich über den angegebenen Radius hinaus, oder ist länger als drei Stunden unterwegs, bekommt das Heim eine Warnung.

In diesem Bereich wird an mehreren Produkten getüftelt, welche positiv zur autonomen Orientierung Demenzkranker beitragen sollen und möglichst lange selbständiges Handeln im Alltag ermöglichen sollen. 

Trotz möglicher technischer Hilfen in Zukunft wird aber weiterhin der Mensch als professioneller Pfleger die Oberhand über die Schnittstellen zwischen Patient und Maschine haben.