In NRW mangelt es an Hausärztlicher Versorgung

Der Hausärztemangel greift um sich und ist beileibe kein ostdeutsches Phänomen mehr. Immer weniger Medizinstudenten haben Interesse an einer Laufbahn als normaler Allgemeinmediziner. Die Folgen für die Versorgung der Bevölkerung aber können dramatisch sein – ganz zu schweigen von unseren Heimbewohnern. 

Der Beruf des Hausarztes scheint zunehmend an Attraktivität zu verlieren. Diese Erkenntnis bezieht sich auf folgende Angaben der KBV (Kassenärztlichen Bundesvereinigung). 

  • Von 10127 Ausbildungsabsolventen, schlossen lediglich 949 ihr Studium als Allgemeinmediziner ab.
  • Die meisten schlagen den Weg der Weiterspezialisierung ein.
  • In Nordrhein-Westfalen gibt es aktuell ca. noch 60.000 Hausärzte. Im Gegensatz dazu sind es 78.000 Fachärzte.
  • Im Jahre 2011 wurden noch 1298 Allgemeinmediziner ausgebildet. 
  • bis 2020 ist damit zurechnen, dass 48.000 Ärzte aus Altersgründen wegfallen. 

Als Grund für die zunehmende Interessenabnahme am Hausarzt-Dasein nennt die Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), das meist einseitige Medizinstudium, welches die Studenten überwiegend in Fach- und Unikliniken lernen lässt. Das Aufgabengebiet des Hausarztes mit alltäglichen Erkältungen, Hals- und Ohrenentzündungen kommt hier viel zu kurz. 

Karl Josef Laumann, der neue Pflegebeauftragte der Bundesregierung will hier nun verstärkt Druck machen. Es müssen wieder mehr Hausärzte ausgebildet werden um der Unterversorgung entgegenzugehen. 

Im ganzen System wird der Allgemeinmediziner vernachlässigt. Die Problematik betrifft ebenso die zunehmenden Patienten in Pflegeheimen, wenn keine Ärzte mehr da sind, welche sich zu Hausbesuchen herablassen. 

Die Vorsitzende der GKV sieht hier eher ein Verteilungsproblem der Ärzte. Jungen Ärzten mit Familie soll nun vorgeschlagen werden, mit ihrer Familie in den Ballungsräumen wohnen zu können. Dort sollen sie dann in den schwächer versorgten Gegenden ihrer Teilzeit-Tätigkeit nachgehen können.