Hohe Investitionen in die Pflegeauszeit

Ein erster Entwurf für die Pflegereform liegt nun tatsächlich vor. Ab 2015 soll es demnach zu Leistungsverbesserungen für die Versicherten, aber auch für pflegende Angehörige kommen. Aber auch gerade für ambulante Dienste können die geplanten Verbesserungen hilfreich sein. 

Dank ausgedehnter Leistungen zur Pflege sowie neuer Leistungen zur Entlastung pflegender Angehöriger könnte sich das Umsatzpotenzial für Pflegedienste erweitern. Aber auch stationäre Einrichtungen können profitieren. Die Neuerungen im Einzelnen: 

  • Betreuung für alle 

Laut Regierungsentwurf soll es künftig monatlich 104 € zusätzlich für Betreuungsdienste oder der Entlastung pflegender Angehörige geben. Diese Sonderleistung soll sich auf alle Versicherten erstrecken – nicht nur auf demenzkranke Menschen. 

  • Erweiterung der Verhinderungspflege 

Bislang konnte die Verhinderungspflege nach § 39 SGB XI 4 Wochen lang in Anspruch genommen werden. Jetzt soll die Zeit auf 6 Wochen bzw. 42 Kalendertage ausgedehnt werden. Ferner sollen künftig Kurzzeit- und Verhinderungspflege sowie Tages- und Nachtpflege besser miteinander kombiniert werden können. 

  • Höhere Zuschüsse für Hilfsmittel 

Die Zuschüsse für Betteinlagen, Inkontinenzmaterial und Einmalhandschuhe steigen um 9 € auf jetzt 40 € pro Versicherten. 

  • Anhebung der Pflegesätze um 4% 

Diese Änderung betrifft sowohl stationäre Einrichtungen als auch ambulante Dienste. Die Leistungen für die Versorgung im Heim verändern sich wie folgt: 

Pflegestufe 1 statt bisher 1.023 € nun 1.064 €

Pflegestufe 2 statt bisher 1.279 € nun 1.330 €

Pflegestufe 3 statt bisher 1.550 € nun 1.612 € 

Im ambulanten Bereich steigen die Sachleistungsansprüche aus § 36.3 SGB XI wie folgt: 

Pflegestufe 1 statt bisher 450 € nun 468 €

Pflegestufe 2 statt bisher 1.100 € nun 1.144 €

Pflegestufe 3 statt bisher 1.550 € nun 1.612 € 

Ebenso wird das Pflegegeld um 4% angehoben. 

Finanziert werden die Erhöhungen durch eine Beitragsanpassung in der sozialen Pflegeversicherung um 0,3 Prozentpunkte zum 1. Januar. Dies soll 2,4 Milliarden Euro extra bringen. Davon sollen etwa 1,4 Mrd. für die häusliche Pflege verwendet werden, 1 Mrd. für den stationären Bereich. 

Diese Vorhaben klingen schon eher danach, dass es der Regierung mit einer Verbesserung der Situation in der Pflege durchaus ernst ist. Gemessen an der demografischen Entwicklung aber müsste in den nächsten Jahren noch eine Schippe draufgelegt werden.