Gemeinsames Lernen von Medizin und Pflege in Greifswald

Im kommenden Jahr wird in Mecklenburg-Vorpommern (M-V) erstmals ein Modellprojekt gestartet, dass mit 250.000 Euro vom Stifterverband gefördert wird. Am 16.12. 2013 wurde hierfür der Förderpreis verliehen und das Projekt offiziell gestartet. Mediziner und angehende Pflegefachleute sollen nun gemeinsam ausgebildet werden. 

Die Studierenden der zwei Hochschulen und Universitäten, Greifswald und Neubrandenburg, werden für vier Ausbildungsabschnitte zusammengeschlossen. 

Die drastische Versorgungssituation in M-V und auch ganz Deutschland hat zu diesem Vorhaben geführt. Charakterisiert sich doch immer mehr der demografische Wandel heraus, durch einen Anstieg der alten und hochbetagten Menschen.

Die Zahl der chronisch kranken Patienten mit Mehrfacherkrankungen (Multimorbidität) nimmt zu, die Anzahl der Pflegebedürftigen nimmt zu und gleichzeitig auch das Alter der Berufstätigen in der Pflege. 

Daher ergibt sich die Notwendigkeit, eine grundlegende Veränderung der medizinischen und pflegerischen Versorgung im strukturellen Bereich herbeizuführen. 

Die Tätigkeitsfelder beider Parteien müssen aktualisiert werden, ebenso die Ausbildungen angepasst werden. 

Das Modell, welches sich Projekt „Bildungscluster Greifswald – gemeinsames Lernen von Medizin und Pflege“ nennt, hat folgende Ziele: 

  • Untersuchung der Machbarkeit und Akzeptanz des gemeinsamen Lernens zwischen beiden Professionen.
  • eine verbesserte interprofessionelle Zusammenarbeit und Kooperation zwischen Pflege und Medizin
  • modellhafte Entwicklung, Erprobung und Evaluation gemeinsamer Lehrangebote für Pflegestudierende
  • die aus der interprofessionellen Zusammenarbeit resultierenden neuen Anforderungsprofile und Stellenbeschreibungen sollen am Arbeitsmarkt etabliert werden
  • zuletzt sollen die Fachkräfte dazu motiviert werden, eine höhere Bereitschaft zu zeigen im eigenen Land zu bleiben 

Nun bleibt zu hoffen, dass dieses Projekt von Erfolg gekrönt ist.

Erschreckende Prognosen der Bertelsmann Stiftung prophezeien, dass es bis zum Jahre 2030 rund 95.000 Pflegebedürftige allein in M-V gibt.