Freistellungen von der Arbeit nicht einfach hinnehmen

Gerade in Führungspositionen ist es üblich, dass Mitarbeiter freigestellt werden – noch vor Ablauf des gekündigten Arbeitsverhältnisses. Doch nicht immer ist dieses Mittel rechtens. Dies musste jüngst ein Arbeitgeber vor dem Arbeitsgericht Köln erfahren. 

Das Arbeitsgericht Köln entschied nun, dass Mitarbeiter es nicht einfach hinnehmen müssen, wenn sie von ihrem Arbeitgeber von der Arbeit freigestellt werden. 

Heutzutage ist dies zwar ein äußerst beliebtes Mittel, wenn sich ein Arbeitgeber von einem Mitarbeiter trennen möchte. Soll diese Maßnahme jedoch dazu dienen, Druck aufzubauen und womöglich die Einwilligung in einen Aufhebungsvertrag zu provozieren, ist dies unzulässig. 

In einem aktuellen Fall wurde der Mitarbeiter für 5 Monate vom Arbeitgeber freigestellt, da er die Kündigung nicht annehmen wollte. Dieser klagte jedoch beim Arbeitsgericht, da er sich in seiner Persönlichkeit beeinträchtigt sah. 

Das Gericht entschied in diesem Falle zugunsten des Klägers, da die Freistellung als Druckmittel diente, den Mitarbeiter zu einem Aufhebungsvertrag zu bewegen. Dies sei ein schwerer Eingriff in die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit.

Der Kläger bekam pro freigestelltem Monat eine Entschädigung von 1.000 € zugesprochen.