Fragwürdige Ergebnisse bei der Versichertenbefragung

Laut der „Ärzte Zeitung“ wurden nun erstmals vom MDK die Versicherten zu den Pflegebegutachtungen des MDS befragt. Daraus geht hervor, dass 95% der Befragten zufrieden sind mit den Pflegebegutachtungen. Davon sind 86% zufrieden und neun Prozent teilweise zufrieden. Dies wurde von der Firma M+M Management + Marketing GmbH aus Kassel bestätigt. 

Die Zufriedenheit bezieht sich im Detail auf Informationen des MDK über die Pflegebegutachtung und auf die Erreichbarkeit bei Rückfragen. Auch die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft wurde mit  91 Prozent gut bewertet. Von 90 Prozent wurden die Gutachter der Befragten als respektvoll, einfühlsam und kompetent empfunden. Ebenso deren persönliche Vorstellung und die korrekte Termineinhaltung. 

Beim Präsidenten des Deutschen Pflegerates, Andreas Westerfellhaus weckten die Werte jedoch große Skepsis. Schließlich widerlegten sie doch schon oft gestellte Kritik an Begutachtungsverfahren durch den MDK. 

Auch der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch betrachtet das Ganze mit Argwohn. Das gesamte Befragungsverfahren hat der Gesetzgeber ja „blauäugig“ in die Hände des Kostenträgers gelegt, ließ Brysch gegenüber der "Ärzte Zeitung" verlauten. 

  • Insgesamt nahmen an der Befragung 6000 Versicherte und ihre Angehörigen teil.
  • Von den gut 16.000 verschickten Fragebögen, betrug die Rücklaufquote lediglich 35 Prozent.
  • Nur bei 30 Prozent der Fälle füllte der potenziell Pflegebedürftige selbst den Bogen aus
  • 59 Prozent wurden von Angehörigen oder der privaten Pflegeperson ausgefüllt
  • bei 5,6 Prozent wurden die gesetzlichen Betreuer aktiv 

Künftig ist der MDK dazu verpflichtet an 2,5 Prozent der Versicherten, die Pflegeleistungen beantragen solche Fragebögen zu verschicken. Hierfür gibt es nun eine gesetzliche Grundlage aus dem Pflegeneuordnungsgesetz von 2012. Hierzu gehörte auch, Anträge auf Begutachtung innerhalb von vier Wochen vorzunehmen, damit der Bescheid der Kasse binnen fünf Wochen ergehen kann. Laut Hansen wurde auch die durchschnittliche Bearbeitungszeit von 25,5 Tagen auf 15,2 Tagen gedrückt. 

Bewertet werden können in den Befragungen der Verfahrensablauf, das persönliche Auftreten des Gutachters und seine Beratungsfähigkeiten.

Der MDK möchte trotz der guten Ergebnisse zukünftig drei Handlungsfelder verbessern: 

  • stärkeres Eingehen auf die individuelle Situation des Versicherten.
  • mehr Zeit für die Begutachtung einplanen
  • mehr Beratung und Hinweise zur Verbesserung der Pflegesituation geben. 

Bleibt dem MDK zu wünschen, dass diese Verbesserungen gelingen.