Fallpauschalen ohne Rücksicht auf Patienten kalkuliert

Das Team vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e. V. (DIP) untersuchte die Folgen der Fallpauschalen-Systeme in den Kliniken. Rund 1.800 deutsche Kliniken wurden in die Untersuchung einbezogen und deren Personal dazu befragt. 

Vor allem die weiter ansteigende Zahl an Patienten, die Demenz als Nebendiagnose haben und die nicht wegen alleiniger chirurgischer oder urologischer Problem stationär behandelt werden, geht daraus als benachteiligt hervor. Jeder 6. Patient ist mittlerweile zugleich an Demenz erkrankt.

Durch die Einführung der Fallpauschalen muss das Klinikpersonal jedoch mit immer weniger Personal immer mehr Patienten versorgen. Professor Dr. Michael Isfort, Pflegeforscher von der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, bestätigt diesen drastischen Trend. Er führte mit seinem Team diese Studie durch. 

Dazu werteten sie Ergebnisse von Befragungen aus 1.800 deutschen Kliniken aus.

Hier kurze Auszüge aus den ersten Ergebnissen: 

  • 90 % der Pflegekräfte sagen, dass ein Mensch mit einer Demenz im Krankenhaus entschleunigt werden müsste[S1] , dies sei aber gar nicht umsetzbar.
  • 90 % sagen, dass die Überwachung demenzkranker Patienten nicht realisierbar ist.
  • 70 % schließen auch freiheitseinschränkende Maßnahmen, wie z. B. Bettgitter bis hin zu Fixierung, nicht aus. 

Dies sind nur kurze Einblicke in die ersten Ergebnisse der Studie.

Laut DIP wird die komplette Studie zusammen mit dem Pflege-Thermometer im Sommer veröffentlicht. 

Professor Dr. Michael Isfort fordert alle Beteiligten dazu auf, auch künftig bei der Berechnung der Fallpauschalen den nötigen Pflegeaufwand für den Patienten aufgrund der Diagnose zu beachten und nicht rein nach Fall zu kalkulieren.