Erst Pflegebedürftig – dann Sozialfall?

Ein nicht wirklich motivierender Blick in die Zukunft, den die Gesellschaft hier vor sich hat. Rund 440.000 Menschen können sich im Pflegefall selbst keine pflegerische Versorgung oder Heimunterbringung leisten. Es tickt also eine Zeitbombe. 

Die Fakten des Bundesamtes Wiesbaden: 

  • immer mehr Bedürftige benötigen Sozialhilfe für Pflegeleistungen
  • 2012 waren es mit rund 439 000 Personen 3,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
  • Die Kosten für Pflege  steigen schneller als die Anzahl der Hilfsbedürftigen
  • Die Sozialhilfeträger gaben für Sozialhilfeleistungen im Pflegebereich netto rund 3,2 Milliarden Euro aus. Und damit 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr
  • Zwei Drittel der Hilfeempfänger im Jahr 2012 waren Frauen mit einem Durchschnittsalter von 79 Jahren
  • Ein Drittel männliche Hilfeempfänger mit einem Durchschnittsalter von 68 Jahren
  • 71 Prozent der Leistungsbezieher gingen in stationäre Pflegeeinrichtungen, 29% wurden ambulant betreut.  

Wer bekommt Sozialhilfe? 

Hilfe vom Staat, in Form von Sozialhilfeleistungen, bekommen Menschen, die die Pflegeleistungen nicht selbst bezahlen können und wenn auch keine Pflegeversicherung vorhanden ist, welche die Kosten vollständig übernimmt.

Die Unterstützung wird Bedürftigen gewährt, die wegen Krankheit oder Behinderung im täglichen Leben auf fremde Hilfe angewiesen sind. Grundlage hierfür ist das 7. Kapitel des XII.Sozialgesetzbuches. 

Wenn man bedenkt, wie viele Anspruchsberechtigte aus Scham nicht zum Sozialamt gehen, kann man sich ausmalen, welche persönlichen Dramen sich hinter manchen Haustüren abspielen. Aus Sicht der Redaktion machen die Zahlen aus deutlich, dass die Politik endlich handeln muss, um diese demografische Herausforderung endlich in den Griff zu bekommen.