Elternunterhalt auch trotz zerrüttetem Familienverhältnis

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat entschieden, dass Erwachsene Kinder auch dann für die Heimkosten ihrer Eltern aufkommen müssen, wenn sie über Jahre hinweg keinen Kontakt mehr zueinander hatten. 

Jüngst hat die Stadt Bremen von einem Mann die Zahlung von 9.000 Euro für die Unterbringung seines Vaters in einem Heim verlangt. Der Mann lehnte dies jedoch ab, mit der Begründung dass sein Vater den Kontakt zu ihm bereits vor Jahrzehnten abbrach und ihn später bis auf den Pflichtteil enterbte. 

Zwar stelle der Kontaktabbruch durch den Vater eine Verfehlung dar, wie der BGH mitteilte. Er führe aber nur bei Vorliegen weiterer Umstände, die das Verhalten des Vaters als schwere Verfehlung erscheinen lassen, zur Verwirkung des Elternunterhalts. 

Was in diesem Falle zählt, ist dass sich der Vater jedoch in den ersten 18 Lebensjahren seines Sohnes um diesen gekümmert hat. Damit ist er seiner elterlichen Fürsorgepflicht vor allem in der wichtigsten Lebensphase des Sohnes nachgekommen. 

Auch das Erstellen des Testaments selbst stelle laut Bundesgerichtshof keine Verfehlung dar, da der Vater lediglich von seinem Recht auf Testierfreiheit Gebrauch gemacht habe.