Arbeitgeber bekommen Detektivkosten erstattet

Möglicher Weise schöpfen Sie bei einigen Mitarbeitern Verdacht, wenn diese sich immer an bestimmten Tagen krank melden oder aber bei längeren Krankschreibungen ein Muster vorliegt. Ganz ehrlich: Am liebsten würden Sie manchmal einen Detektiv einschalten, um der „Erkrankung“ auf die Spur zu kommen. 

Ein Detektiv kann dann eingeschaltet werden, wenn Sie den Eindruck haben, dass einer oder mehrere Mitarbeiter gezielt krank feiern – in Wirklichkeit aber kerngesund sind und das blühende Leben verkörpern. Tatsächlich ist es so, dass Sie im Grundsatz einen solchen Detektiv einschalten dürfen. Das folgende Urteil, welches vom Bundesarbeitsgericht gefällt wurde, bestätigt diese Vorgehensweise (Urteil vom 26.09.2013, Az.: 8 AZR 1026/12) 

Ein Busfahrer hat sich immer wieder krank gemeldet. Irgendwann reichte es dem Arbeitgeber und schickte ihn zum MDK. Ziel war es, eine entsprechende Untersuchung des Gesundheitszustandes durchführen zu lassen. Allerdings erschien der Busfahrer jedoch erst gar nicht zu dieser Untersuchung. Im nächsten Schritt  wandte sich der Arbeitgeber an einen Privatdetektiv. Dieser wiederum beschattete den „kranken“ Busfahrer. Dabei kam heraus, dass der Arbeitnehmer im Bistro seines Schwiegervaters mitarbeitete. Bestandteil der Arbeit war es unter anderem auch, dass der Busfahrer schwere Getränkekisten trug. Zudem trank er dabei Bier und Spirituosen. 

Daraufhin wurde der Busfahrer von seinem Arbeitgeber erneut aufgefordert, sich vom MDK untersuchen zu lassen. Wieder kam er diesem Termin und der Aufforderung nicht nach. Als Folge sprach der Arbeitgeber nun die fristlose Kündigung aus und klagte obendrein auf Erstattung der Detektivkosten durch den Busfahrer. 

Die Vorinstanzen sahen die fristlose Kündigung bereits als gerechtfertigt an. Beim Bundesarbeitsgericht ging es nur noch um die Erstattung der Detektivkosten.

Das Bundesarbeitsgericht musste sich nur noch mit den Detektivkosten befassen, da die Vorinstanzen die Kündigung bereits als rechtmäßig angesehen hatten. Das Gericht entschied tatsächlich, dass grundsätzlich eine Erstattungspflicht besteht. Diese gilt immer dann, wenn

  • die Beauftragung aufgrund eines konkreten Tatverdachts geschieht und
  • der Arbeitnehmer entweder einer vorsätzlichen Vertragspflichtverletzung überführt wird oder
  • zumindest der Verdacht einer schwerwiegenden Pflichtverletzung besteht. 

Das bedeutet für Sie in der Praxis, dass Sie nicht nur einen Detektiv beauftragen dürfen. Noch besser – Sie bekommen die Kosten sogar vom Mitarbeiter erstattet, der Ihnen eine Krankheit vortäuscht.