Altenpflege durch Tarifvertrag voranbringen

Auf der Mitgliederversammlung des NEVAP – des Niedersächsischen Evangelischen Verbandes für Altenhilfe und Pflege – am 17. Juni wurde über eine Vereinheitlichung der Löhne gesprochen. Christian Sundermann, der neu gewählte Vorstandsvorsitzende, stellte bei der Versammlung in der Weser-Ems-Halle in Oldenburg fest, dass die Personalkosten von den privaten Anbietern nach unten gedrückt werden. 

Ein Tarifvertrag Soziales soll nun die Pflege retten, da sind sich die Mitglieder des NEVAP einig. Wettbewerb soll künftig nur noch über die Qualität und nicht über den Preis stattfinden. 

Jörg Röhmann, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, ist für einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag. Laut Annette Klausing, Gewerkschaftssekretärin bei Verdi, wäre auch eine Ausbildungsumlage sinnvoll für mehr Geld im System. Dadurch sollen die belohnt werden, die die Jungen ausbilden. 

Christian Sundermann sieht in dem Plan auch weitere Vorteile wie z. B.: 

  • Die Kosten einer anständigen tariflichen Vergütung würden finanziert werden.
  • Der Tarifvertrag würde das Image der Mitarbeiter verändern.
  • Die Altenpflege ließe sich wieder als ein erfüllender, gut bezahlter Beruf präsentieren. 

Auch laut Jörg Reuter-Radatz, Bereichsleiter Gesundheit, Rehabilitation und Pflege beim Diakonischen Werk in Niedersachsen, ist in den vergangenen Jahren das Interesse für Berufe, die Dienste am Menschen vollbringen, gestiegen. 

Um eine ausreichende Quote für die Allgemeinverbindlichkeitserklärung erlangen zu können, müssen jedoch alle Wohlfahrtsverbände zustimmen. Die Landesregierung gibt hierfür die volle Rückendeckung, und bis in spätestens 3 Jahren sollte es zu einem positiven Abschluss mit Tarifvertrag gekommen sein.