Ärzte schrecken Bereitschaftsdienste ab

Vor einigen Tagen fand der 9. Kongress der Gesundheitsnetzwerker in Berlin statt. Im Mittelpunkt stand die Integrierte Versorgung von Patienten in Pflegeheimen. Diese ist nicht immer leicht zu bewerkstelligen,  da der Bereitschaftsdienst den Ärzten doch sehr viel Zeitaufwand abverlangt. 

Dies schreckt die meisten niedergelassenen Ärzte erstmal ab. Auch die ständige Erreichbarkeit trübt deren Lebensqualität. Dabei würde der Einsatz von niedergelassenen Ärzten in den Pflegeeinrichtungen deutlich die Zahl der erforderlichen Krankenhauseinweisungen verringern. Denn auch dort, wie sie im vorangegangenen Newsletter gelesen haben, bricht so langsam alles zusammen und mangelt es an Personal. 

Negativ wirkt sich auch aus, dass die Verträge bisher allein von den Kassen und deren Verwaltungsebenen vorgegeben werden, und die Ärzte als Leistungserbringer keine Mitwirkungsmöglichkeit haben. So entstehen Vertragsklauseln, welche am Ende nicht erfüllt werden können. 

Auch die Krankenkassen bemerken, dass sie kaum einen Arzt in das Boot des Pflege-Versorgungsprojektes bekommen. Dies könnte geändert werden, wenn die Vertragsgestaltung und die Bedingungen besser gemeinsam abgesprochen werden. 

Vor allem für dementiell erkrankte Bewohner wäre dieses Projekt von Vorteil. Sind doch sie von den Krankenhauseinweisungen am meisten betroffen, da sie durch die Umgebungsveränderung noch verstörter und unsicherer werden. Folglich erhöht sich die Sturzgefahr. 

Mit der richtigen Struktur und Arbeitsaufteilung sollte dieses Projekt doch laut Michael Uhlig, Leiter der Entgelte und Vertragswesen der CURA Seniorenwohn- und Pflegeheime Dienstleistungs GmbH funktionieren.