Wohnen für Hilfe - erste Wohnpartnerschaft zwischen jung und alt geschlossen

In der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover läuft seit kurzem ein interessantes Wohnprojekt. Das Projekt nennt sich "Wohnen für Hilfe" und wird vom Kommunalen Seniorenservice Hannover (KSH) und dem Studentenwerk Hannover begleitet. Es geht darum, dass junge Menschen eine preiswerte Unterkunft erhalten und im Gegenzug ehrenamtlich Hilfe leisten, um Senioren ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.

 Das Projekt, bei dem Senioren Wohnraum gegen Unterstützung tauschen, ist im Wintersemester angelaufen. Es wurde gerade von Ingrid Kielhorn, Abteilungsleiterin Wohnen des Studentenwerks und Wolfgang Strotmann, Fachbereichsleiter Senioren der Stadt vorgestellt. Genau pünktlich zum Start ist auch schon die erste Wohnpartnerschaft unter Dach und Fach.

 Dieses generationsverbindende Projekt soll dafür sorgen, dass möglichst viele Seniorinnen ein Zimmer an eine Studentin oder einen Studenten abtreten. Im Gegenzug bekommen die alten Menschen in einer vielleicht zu groß gewordenen Wohnung kostenneutrale Hilfestellung und damit Unterstützung für ein selbstbestimmtes Leben in der gewohnten Umgebung. Darüber hinaus ist der soziale Aspekt nicht zu verachten: Schließlich bekommen die Senioren durch die jungen Mitbewohner auch Gesellschaft. Gerade für alleinstehende und einsame älteren Menschen ein Anreiz, an diesem interessanten Projekt mitzuwirken.

 Damit diese Wohnpartnerschaften auch wie gewünscht funktionieren, müssen sich beide Seiten aber über ihre gegenseitigen Erwartungen einig sein. Das Projekt sieht als Rahmenbedingung vor, dass pro verschenktem Quadratmeter Wohnfläche monatlich eine Stunde Hilfe und Unterstützung durch den studentischen Mitbewohner geleistet werden muss. Die Hilfe und Unterstützung kann in folgenden Bereichen geleistet werden:

  •  Hilfe im Haushalt
  • Erledigung von Einkäufen und Besorgungen
  • Gartenarbeit
  • Begleitung zu Behörden, Ärzten und kulturellen Unternehmungen usw.
  • Pflege und Ausführen von Haustieren 
  • Kleinere Reparaturen und kleinere Renovierungsarbeiten

 Pflegerische Tätigkeiten aber sind für das Projekt ausgeschlossen. Diese werden im Rahmen des Projekts nicht geleistet.

 "Wohnen für Hilfe" gibt es an mehr als 20 Orten in Deutschland. Näheres dazu können Sie im Internet unter www.wohnenfuerhilfe.de erfahren.