Wie viel Belastung bei Aufwendungen für Gesundheit zumutbar sind

Geschäftsführer ambulant aufgepasst: Sie können die Beratung Ihrer Pflegekunden weiter verfeinern. Am Bundesfinanzhof ist nämlich ein interessantes Verfahren anhängig, welches alle diejenigen betrifft, die Kosten für Krankheit und Pflege zu tragen haben. 

Ab sofort sollte nämlich jeder Verbraucher seine Krankheits- und Pflegekosten in seiner jährlichen Steuererklärung angeben. Am Bundesfinanzhof wird nämlich gerade darüber entschieden, ob so genannte „unvermeidliche Krankheitskosten“ vollständig als außergewöhnliche Belastung für den Steuerpflichtigen anerkannt werden. 

Bisher ist es so, dass das Finanzamt eine „zumutbare Belastung“ von den Kosten abzieht und nur den Rest der Kosten als abzugsfähige Belastung anerkennt. Ein ähnliches Prinzip kennen alle Eltern unter Ihnen: Von den Kinderbetreuungskosten sind auch nur 2/3 der Gesamtkosten bis zu einer Höhe von 4.000 € jährlich in Ansatz zubringen. Die Bemessungsgrenzen sind derzeit Folgende – am Beispiel für Zahnarztkosten: 

  • Eheleute ohne Kinder mit Gesamteinkünften von 30.000 € im Jahr haben eine „zumutbare Belastung“ von 1.500 € (5% des Einkommens)
  • Eheleute ohne Kinder mit Einkünften von 70.000 € liegen bei einer Grenze von 4.900 € (7% vom Einkommen) 

Jetzt aber dürfen die Finanzämter die Kosten für Pflege und Betreuung nur noch vorläufig abrechnen. Grundlage dafür ist ein Schreiben aus dem Bundesfinanzministerium. Denn am Bundesfinanzhof wird jetzt entschieden, ob die Kosten für Krankheit und Pflege nun voll als „außergewöhnliche Belastung“ anerkannt werden – also im vollen Umfang von der Steuer abgesetzt werden können. Möglicher Weise ist sogar eine rückwirkende Steuerentlastung drin. 

Wenn Sie Ihre Pflegekunden dahingehend beraten, dass möglicher Weise Pflegekosten voll absetzbar sind, ist der eine oder andere durchaus offen für mehr Zuzahlungen.