Weitere Vergütungsvereinbarung zur Pflege nach Zeit

Nach Bremen und Niedersachsen hat nun auch das Land Brandenburg eine Vergütungsvereinbarung für ambulante Pflegeleistungen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Hauskrankenpflege (BAH) hat sich mit den Pflegekassen auf einen Stundensatz für die Grundpflege geeinigt. Dieser Abschluss aber könnte ruinös für die Pflegedienste werden. 

Betroffen von der Vergütungsvereinbarung sind 229 ambulante Pflegedienste. Insgesamt gibt es 659 zugelassene Pflegedienste in Brandenburg. Vereinbart wurden folgende Sätze: 

  • Pro Stunde Grundpflege 25,80 €
  • Heruntergerechnet auf eine Minute 0,43 € 

Damit haben die betreffenden Pflegedienste eine Vergütungsvereinbarung, die den gesetzlichen Anforderungen des PNG entspricht. Der Geschäftsführer des BAH, Frank Twardowski, feiert den Abschluss als eine Einigung, die den Pflegediensten eine leistungsgerechte und wirtschaftliche Basis bietet. 

Warum der BAH-Geschäftsführer diesen Abschluss als Erfolg verkauft, dürfte sein Geheimnis bleiben. Schon die Abschlüsse in Bremen und Niedersachsen (jeweils um 38 € pro Stunde) werden als zu niedrig kritisiert. Wenn man sich nun noch vor Augen führt, dass Brandenburg über 12 € unter den Abschlüssen von Bremen und Niedersachsen liegt, muss man sich um die Pflegedienste große Sorgen machen. 

Nicht nur in unserer Redaktion, sondern auch die Kollegen anderer Fachpublikationen sind der Auffassung, dass die Abschlüsse eigentlich zwischen 50 und 60 € liegen müssten, um eine realistische wirtschaftliche Grundlage für die Arbeit von ambulanten Pflegediensten zu liefern. Aus unserer Sicht sind solche Abschlüsse wie in Brandenburg schlicht und einfach gefährlich. Sie öffnen den Kassen Tür und Tor für Dumping-Preise in der Pflege.