Verkauf von Pflegeheimen offenbar in vollem Gange

Die Marseille-Kliniken verhandeln nach Informationen der Press bereits über den Verkauf eines größeren Teils ihrer Pflegeheime. Was vor dem Hintergrund der Schließung zweier Pflegeheime durch die Heimaufsicht in der Nähe von Neuss (NRW) nicht der verkehrteste Plan zu sein scheint. 

Angeblich soll der Verkaufsprozess schon fortgeschritten sein. Eine kleine Investmentbank soll mit den Beratungen über den Verkauf beauftragt worden sein. Der Aufsichtsratschef der Marseille-Kliniken AG, Thomas Middelhoff, verwies auf Anfrage der "Welt am Sonntag" auf einen Beratungsvertrag, den Ulrich Marseille mit der Aktiengesellschaft habe. Hierzu heißt es: "Die von Herrn Marseille erbrachten Beratungsleistungen erfolgen in enger Abstimmung mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat der Marseille-Kliniken." 

Im Falle eines Verkaufs der Pflegeheime wird im Umfeld mit einem Erlös zwischen 150 bis 200 Millionen Euro gerechnet. Zurzeit betreiben die Marseille-Kliniken AG ca. 60 Einrichtungen und sind damit unter den Top 10 der Altenheimketten in Deutschland. Ganz einfach dürfte sich die Trennung vom Altenheimgeschäft aber nicht gestalten: Hierzu muss nämlich zunächst der Unternehmenszweck geändert werden. 

Hierzu wäre eine Satzungsänderung vonnöten. Auf einer Hauptversammlung müssten drei Viertel der Aktionäre einer solchen Satzungsänderung zustimmen. Der Mehrheitsaktionär Marseille hatte jüngst angekündigt, die AG zu einem Anbieter von branchenspezifischen IT- und Softwarelösungen umzubauen. 

So gar nicht in die Verkaufsbemühungen der Altenheimsparte dürfte eine Meldung aus dem Raum Neuss kommen: Der Rhein-Kreis Neuss hat am Donnerstag eine Betriebsuntersagung für den Seniorenwohnpark Meerbusch sowie das benachbarte Altenheim Medina ausgesprochen. Grund dafür sollen fortlaufende Qualitätsmängel in der Pflege sein. Aus Sicht der Redaktion ist es erfreulich, dass auch mal bei den großen Betreibern durchgegriffen wird, wenn gegen die Regeln verstoßen wird.