Trotz Mehrleistungen nicht mehr Kunden

Das Pflege-Neuausrichtungsgesetz hat für Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz Mehrleistungen vorgesehen. Für die Pflegestufe 0 225 €, die Pflegestufe 1 215 € sowie die Pflegestufe 2 150 € im Monat. Nun zeigt eine Umfrage aus Nordrhein-Westfalen, dass die ambulanten Pflegedienste trotz dieses erhöhten Sachleistungspotenzials für Versicherte noch keine neuen Kunden hinzugewinnen konnten. 

Durchgeführt hat die Umfrage der Landesverband freie ambulante Krankenpflege NRW e.V. (LfK) bei seinen ca. 700 Mitgliedern. Der LfK ist ein Trägerverband für private ambulante Dienste. Bei der Umfrage kamen folgende Ergebnisse heraus: 

  • Knapp zwei Drittel der Befragten hat seit der Einführung der Leistungen nach § 123 SGB XI keine neuen Kunden im Bereich der Grundpflege akquirieren können
  • Bei weiteren 30% der Befragten wurden einer bis fünf Pflegekunden hinzugewonnen
  • Nur 5% der Befragten konnten sechs oder mehr Pflegekunden hinzugewinnen 

Allerdings kam bei der Befragung auch zu Tage, dass dank einer intensiven Beratung der Bestandskunden diese dann mehr Leistungen abrufen. Die Pflegedienste, die Wert auf eine umfassende Beratung ihrer Kunden legen, können so die Mehrerlöspotenziale aus dem § 123 scheinbar ausschöpfen. 

Aus Sicht der Redaktion zeigt sich durch die Umfrage, dass sich eine ausführliche und wiederkehrende Beratung der Pflegekunden lohnt – so um Beispiel im Rahmen der Pflegevisite. Darüber hinaus reicht es scheinbar nicht, auf neue Kunden zu warten. Sondern proaktiv alle Vertriebskanäle nutzen und potenzielle Neukunden direkt mit Hilfe der neune Leistungen anzusprechen. Übrigens – man geht davon aus, dass allein 40.000 Versicherte der Pflegestufe 0 einen Leistungsanspruch haben.