Trägerübergreifendes Pilotprojekt mit chinesischen Pflegefachkräften

Trotz mehr oder weniger großen Anstrengungen der Branche sind deutsche Pflegeinrichtungen – auch dank der Untätigkeit der Politik und der ruinösen Preispolitik der Kassen – immer mehr auf ausländische Fachkräfte angewiesen. Zu diesem Zweck haben der Arbeitgeberverband Pflege, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) sowie die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV) ein Pilotprojekt mit der chinesischen Arbeitsverwaltung initiiert. 

Ziel des Projektes ist es, für das nächste Jahr 150 chinesische Kräfte zu gewinnen, die über einen sehr guten Bachelor-Abschluss verfügen und ein einjähriges Pflegepraktikum in China abgeleistet haben, nach Deutschland zu holen. 

Diese Kräfte sollen dann nach einem 8-monatigen interkulturellen Training sowie einem Sprachkurs in stationären Einrichtungen eingesetzt werden. Die Chinesen laufen dann zunächst als Hilfskräfte und – nach erfolgter Anerkennung – dann als Fachkraft. 

Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Pflege, Thomas Greiner, zeigte sich nach einem China-Besuch sehr beeindruckt von den dortigen Kräften. Diese genießen eine sehr gute Ausbildung und zeigen sich hochmotiviert. Aufgrund der Notwendigkeit qualifizierter Zuwanderung vor allem in der Pflegebranche soll das Pilotprojekt nun für die gesamte Pflegebranche geöffnet werden. Die Pflegewirtschaft scheint zudem ein großes Interesse an dem Projekt zu haben. Greiner selbst liegt sehr viel daran, eine hohe Akzeptanz in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik und eine umfangreiche wissenschaftliche Begleitung zu ermöglichen. 

Aus Sicht der Redaktion bleibt zu hoffen, dass große, hedgefondsfinanzierte Pflegekonzerne nicht gleich in Goldgräberstimmung hinsichtlich Lohndumping für ausländische Pflegekräfte verfallen.