Sozialminister fordert einheitliche Tarife für Pflegefachkräfte

Der brandenburgische Sozialminister hat sich jüngst einer schönen Metapher bedient: Aus seiner Sicht fahren zwei Züge aufeinander zu. Der eine heißt „immer mehr Pflegebedürftige“ und der andere „immer weniger Pflegende“. Der Zusammenstoß sei unausweichlich. Damit es nicht zum Unfall kommt, wünscht sich Minister Günter Baaske von der SPD einen einheitlichen Tarifvertag für das Pflegepersonal. 

Baaske will die Entstehung eines solchen Tarifvertrages vorantreiben. Aus seiner Sicht ist die Bezahlung ein wichtiges Mittel, um Fachpersonal anzulocken. Tatsächlich gibt es auch unter den Pflegeanbietern Bemühungen, einheitliche Entgelte auszuhandeln. Wenn sich 50% aller Anbieter auf einen Tarifvertrag einigen würden, könnte das Land Brandenburg diesen für sich als allgemein gültig erklären. 

Das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz steht recht offen diesem Thema gegenüber: Hintergrund ist der, dass gerade dieses wegen angeblich schlechter Bezahlung im Fadenkreuz der Berichterstattung stand. Vorstand Martin Matz unterstützt daher auch das Vorhaben des Ministers. Matz merkt aber an, dass dazu erst das Tarifvertragsrecht geändert werden müsse. Ferner müsse man abwarten, in wie weit private Anbieter dabei mitziehen würden. Um die 50% zu erreichen, ist Baaske zumindest auf die Zustimmung von Teilen der privaten Anbieter angewiesen. 

Hinsichtlich der Bezahlung seiner Pflegekräfte steht das Land Brandenburg aus Sicht von Michael Schulz, seines Zeichens freiberuflicher Pflegeexperte aus der Region, nicht gerade gut da. Nach seinen Informationen wandert die Hälfte der frisch in Brandenburg ausgebildeten Pflegekräfte nach Berlin ab, weil dort die Entlohnung deutlich besser sei. 

In diesem Zusammenhang vermisst Baaske eine klare Aussage der Kassen. Schließlich können die Pflegeanbieter ihrem Personal nur so viel bezahlen, wie diese auch an Vergütung zugestanden bekommen.