So werden Ärzte zu regelmäßigen Visiten im Heim motiviert

Die suboptimale ärztliche Versorgung von Heimbewohnern ist schon lange ein Thema. Ein Pilotprojekt der kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein und Barmer GEK in Essen sollte die Versorgung von Pflegeheimbewohnern verbessern. Zunächst aber blieb die Vereinbarung ein Papiertiger – bis die Zugangshürden für die Ärzte endlich gesenkt wurden. 

Auf dem Papier klang alles sehr gut und im Sinne der zu versorgenden Heimbewohner, so wurden folgende Wohltaten angekündigt: 

  • Koordination der Versorgung durch die Hausärzte
  • Abstimmung mit Fachärzten und Psychotherapeuten
  • Rufbereitschaft
  • regelmäßige Visiten unter enger Einbindung des Pflegepersonals 

Für die Mediziner sollte vor allem erreicht werden, dass die ärztliche Betreuung der Heimbewohner nicht mehr dazu führt, dass draufgezahlt werden muss. Vielmehr wurde eine Vergütungsvereinbarung mit diesen Eckdaten geschlossen: 

  • Hausärzte erhalten pauschal pro Quartal 15 Euro je Patient Fachärzte und Psychotherapeuten eine Behandlungspauschale von 12,50 Euro pro Quartal
  • Als Zuschlag zu den Besuchen erhalten die Ärzte 45 Euro, für das persönliche Überleitungsmanagement 40 Euro und für das telefonische Überleitungsmanagement 18 Euro. 

Allerdings war die Teilnahme für die Ärzte an eine hohe Hürde gekoppelt: Nur in Verbünden konnten die einzelnen Ärzte an dem Programm teilnehmen. Die Folge: Kaum ein Arzt interessierte sich dafür. 

Ab sofort können auch einzelne Ärzte mitmachen. Und der Erfolg ist beeindruckend: Trotz der üblichen Flaute in der Urlaubszeit haben etwa 30 Ärzte Interesse signalisiert. Unberührt daon bleiben die sonstigen vertraglich geregelten Inhalte. Am attraktivsten dürfte für teilnehmende Ärzte in der Tat das Honorar sein, was sich neben dem üblichen Budget verdienen lässt. 

Noch attraktiver dürfte das Programm werden, wenn zwischen der kassenärztlichen Vereinigung und allen Krankenkassen ein solcher Vertrag geschlossen werden könnte. 

Für die Heimbetreiber kann ein solcher Rahmenvertrag und der damit verbundenen besseren ärztlichen Versorgung im Haus ein Marketingargument sein.