So können die neuen Pflegenoten ab 2014 aussehen

Aus der Schiedsstellen-Entscheidung zur Überarbeitung des „Pflege-TÜV“ sind weitere Details durchgesickert. So wird es ab 2014 wohl schwieriger, die Pflegenote „sehr gut“ zu bekommen. Dies liegt daran, dass die Skalenwerte verschoben wurden. Eine Gewichtung einzelner pflegerischer Themen wird es aber nicht geben.

Die Kassen hatten sich eigentlich eine Gewichtung gewünscht. Und zwar sollten die pflegerischen Risiken höher gewichtet werden als andere Kriterien. Hiermit konnten sich die Kostenträger aber nicht durchsetzen. Dafür aber wurde die Notengebung angepasst. Einerseits wird es schwerer, ein „sehr gut“ zu erreichen, umso schneller aber kann es ein „mangelhaft“ geben. Die neuen Korridore im Einzelnen:

Skalenwert bis 5,1: Note 4,5 – 5,0 (mangelhaft)
Skalenwert von 5,11 – 6,5: Note 4,4 – 3,5 (ausreichend)
Skalenwert von 6,51 – 7,9: Note 3,5 – 2,5 (befriedigend)
Skalenwert von 7,91 – 9,3: Note 2,4 – 1,5 (gut)
Skalenwert von 9,31 – 10: Note 1,4 – 1,0 (sehr gut) 

Weitere Änderungen sollen diese sein:

  • Bei den Einzelkriterien wird statt der Note dargestellt, bei wie vielen geprüften Bewohnern das Kriterium erfüllt ist.
  • Bei der Ergebnisdarstellung werden besonders pflegerelevante Kriterien gefettet und an die Spitze des Qualitätsbereiches 1 (Pflege und medizinische Versorgung) gesetzt.
  • Geprüft werden je 3 Bewohner aus den Pflegestufen I bis III
  • Das Verhältnis der in der Einrichtung lebenden demenzkranken Bewohner soll sich auch in der Stichprobe in der Prüfung widerspiegeln.
  • Unterschiedliche fachliche Einschätzungen zwischen Mitarbeiter und MDK-Prüfer werden künftig in den Bericht aufgenommen
  • Die beiden Kriterien zur Kontrakturenprophylaxe entfallen
  • Die Medikamentenversorgung wird in 2 Kriterien aufgeteilt
  • Der Umgang mit der Bedarfsmedikation wird separat geprüft
  • Ein paar Kriterien, die sich nur auf Dokumentation oder bauliche Gegebenheiten beschränken, werden gestrichen
  • Die Ausfüllanleitung für die Prüfer wird konkretisiert

Aus meiner Sicht ist das nicht der erhoffte große Wurf. Es wird weiterhin ausschließlich auf die Pflegedokumentation ankommen. Bedauerlicherweise werden die Kriterien auch nicht gewichtet, wie einst von den Kostenträgern gewünscht. Die endgültige Fassung der Änderungen werden wohl erst im Verlauf des Juli vorliegen. Ich informiere Sie sofort auf dieser Webseite darüber, ob die heute dargestellten Änderungen dann auch tatsächlich so kommen werden.