Sieg der Vernunft: Pflegeberuf auch weiterhin nach zehnjähriger Schulausbildung möglich

In 24 von 28 EU Ländern ist es nur möglich einen Pflegeberuf zu erlernen, wenn eine Schullaufbahn von 12 Jahren absolviert wurde.Dies wollte die EU-Kommission nun europaweit auf ein einheitliches Niveau anpassen. So könnten Schulabsolventen in Deutschland mit einem Realschulabschluss keinen Pflegeberuf mehr erlernen. 

Über diesen Irrsinn hatten wir schon vor geraumer Zeit berichtet. Durch eine solche Regelung würde der schon bestehende Fachkräftemangel noch weiter verschärft werden – abgesehen von der Abwertung junger Menschen mit einem respektablen Schulabschluss. 

Aus der Bundesregierung kamen jedoch glücklicher Weise heftige Proteste und Argumente gegen diesen Vorschlag: Unter anderem haben sogar die Politiker erkannt, dass sich der Pflegenotstand in Deutschland dadurch noch mehr verschlechtere. 

Das Europaparlament in Straßburg hat nun eine Richtlinie über Berufsqualifikationen angenommen, laut der der Zugang zu Pflegeberufen weiterhin nach zehnjähriger Schulausbildung möglich ist. 

Enttäuschung über diese Entscheidung machte sich beim Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe breit. Dieser erhoffte sich eher eine Aufwertung des Pflegerufes, was nun eher das Gegenteil bewirken würde. Laut Gertrud Stöcker, Verbands Vizepräsidentin; „werde nun ein einstmals attraktiver Beruf mit Perspektiven systematisch abgewirtschaftet“. 

Aus Sicht der Redaktion hat da jemand in seinem Elfenbeinturm den Schuss nicht gehört. Bestätigen können dies unzählige Geschäftsführer und Pflegedienstleitungen, die viel Freude an engagierten Realschülern haben, die ihre Pflegeausbildung erfolgreich absolvieren.