Senioren-Wohnungen fehlen – Pflegekosten-Explosion droht

Der Wohnungsmarkt in Deutschland ist auf die steigende Zahl älterer Menschen nicht vorbereitet. So fehlt es zum Beispiel an barrierearmen kleinen Wohnungen. Bedenkt man die steigende Zahl von Single-Haushalten, liegt diese Tatsache auf der Hand. Hier lauern versteckte Kosten für die Zukunft, um angemessene Wohnformen für pflegebedürftige Menschen bereit zu stellen. 

Allerdings besteht auch die Chance, die sonstigen drohenden Kosten im Bereich der Pflege zu senken. Diese Erkenntnis hat jüngst die Studie „Wohnen 65plus“ geliefert. Die Prognosen und Ergebnisse im Einzelnen: 

  • Im Jahr 2035 werden nahezu 24 Millionen Menschen älter als 65 Jahre sein
  • Davon werden etwa 3,5 Millionen Menschen pflegebedürftig sein
  • Dies führt zu 33 Milliarden Euro Pflegekosten 

Laut der Wissenschaftler lassen sich die enormen Kosten von 33 Mrd. € aber zum Teil vermeiden. Durch den massiv steigenden Anteil der Senioren an der Gesamtbevölkerung entsteht auch ein deutlich steigender Bedarf an seniorengerechten Immobilien. Dies bietet aber auch eine enorme Chance für die Wohnungswirtschaft

Die Autoren der Studie rechnen vor, dass zum Beispiel mit dem barrierefreien Umbau von Wohnungen ein enormes Einsparpotenzial drin ist. Dadurch können nämlich kostspielige Heimaufenthalte verhindert werden. Laut der Studie nämlich liegt der Mehrkostenanteil der stationären gegenüber der ambulanten Pflege bei etwa 7.2000 € pro Jahr.  Der barrierefreie Umbau einer Wohnung kostet dazu im Vergleich 15.600 €. In etwas mehr als 2 Jahren also hätten sich die Kosten dafür amortisiert

Um die erforderlichen Seniorenwohnungen zu schaffen, sind Investitionen von ca. 39 Milliarden Euro notwendig. Etwa 750.000 Menschen leben derzeit in Deutschland in Pflegeheimen. Würde davon aber 500.000 Pflegebedürftige zu Hause versorgt werden, könnten über einen Zeitraum von 5 Jahren tatsächlich 12,6 Milliarden Euro Pflegekosten eingespart werden. Jedes zusätzliche Jahr kämen 4,2 Milliarden hinzu.